Aachen: Hans-Josef Thouet hört als Honorarkonsul der Republik Türkei auf

Aachen: Hans-Josef Thouet hört als Honorarkonsul der Republik Türkei auf

Groß war die Zahl der Gäste aus Politik, Wirtschaft und dem öffentlichen Leben, die sich zum Abschiedsempfang von Hans-Josef Thouet im Werkmeistergericht des Rathauses eingefunden hatten. Zum Jahresende wird er aus dem Amt des Honorarkonsuls der Republik Türkei ausscheiden.

„Ich bin nicht müde, aber alt genug“, sagte Thouet (79) später in seinen Dankesworten und fügte hinzu, dass „der letzte Abschnitt seines Lebens seiner Frau gehöre, der er alles Glück seines Lebens verdanke“. Bedingt durch die Krankheit konnte sie an diesem Empfang nicht teilnehmen, zu dem Oberbürgermeister Marcel Philipp und der neue Generalkonsul der Republik Türkei, Hüsseyin Emre Engin eingeladen hatten.

OB Philipp erinnerte in seiner Ansprache daran, dass Hans-Josef Thouet das Amt des Honorarkonsuls vor 18 Jahren, am 29. März 1995, in einem Alter angetreten habe, „in dem andere bereits den Vorruhestand oder Ruhestand ins Blickfeld nehmen und mancher sich darauf freut, die Nachmittage künftig auf dem Golfplatz zu verbringen“. In diesen 18 Jahren war Thouet zuständig für die in Aachen und der Region lebenden türkischen Bürgerinnen und Bürger, die in Aachen den größten Bevölkerungsanteil mit Migrationshintergrund stellen.

Derzeit leben 6600 türkische Staatsangehörige in Aachen und etwa weitere 12.000, die über enge Beziehungen zur Türkei verfügen, aber einen deutschen Pass besitzen. Thouet sei sich stets bewusst gewesen, dass es sich bei diesen Menschen, um „die Herzkammer der bilateralen Beziehungen unserer Länder“ handelte. Rastlos habe er daran gewirkt, Menschen zusammen zu bringen, Präsenz in brenzligen Situationen zu zeigen und als Moderator zu wirken, wenn Konflikte auftauchten. „Er selbst hat seine Ziele einmal in einem Dreiklang zusammengefasst: Vorurteile abbauen, Solidarität fördern und Zukunftschancen sichtbar machen“, sagte der OB wörtlich. Er überreichte sodann an Thouet in Anerkennung seines Wirkens als Honorarkonsul das Goldene Karlssiegel der Stadt Aachen. Nach einem Grußwort des Generalkonsuls, der auch der Stadt Aachen für ihre Unterstützung beim Bau der Moschee dankte, die „ein Symbol für das Zusammenleben der Kulturen“ sei, ließ Thouet selbst noch einmal sein Wirken in den 18 Jahren Revue passieren. Dabei setzte er sich dafür ein, unbedingt das Honorarkonsulat in Aachen weiterzuführen. „Durch unsere Internationalität in Aachen kann ein Honorarkonsulat den EU-Beitritt für die Türkei stabilisieren“, sagte er. Ein Konsulat in Aachen sei ein Brückenbauer und zusätzlich die Anlaufstelle für die türkischen Mitbürger hier.

Mit filigranen Klängen seines Gitarrenspiels umrahmte Csaba Székely mit dem Bach’schen Präludium und türkischen Liedern den festlichen Empfang.

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