Handwerker in Aachen ziehen Bilanz

Silvesterempfang der Kreishandwerkerschaft : May vergleicht Fahrverbote mit Enteignungen

Kreishandwerksmeister Herbert May krisitiert beim Silvesterempfang der Kreishandwerkerschaft Aachen die Umsetzung von Umweltzonen. Die Mehrzahl der Betriebe ist mit dem abgelaufenen Jahr dennoch zufrieden.

Für die Mehrzahl der Handwerksbetriebe war 2018 ein zufriedenstellendes Jahr. So lautete das Fazit von Kreishandwerksmeister Herbert May. Beim traditionellen Silvesterempfang der Kreishandwerkerschaft Aachen ließ er Vergangenes Revue passieren und gab einen Ausblick auf das kommende Jahr.

„Angetrieben vom Bauboom hat das Handwerk in Deutschland vor allem im dritten Quartal 2018 laut dem Statistischen Bundesamt 4,7 Prozent mehr umgesetzt als im Vorjahreszeitraum. Hiernach konnten sechs von sieben Gewerbegruppen ihre Erlöse steigern“, sagte May. Die Zahl der Beschäftigten stieg insgesamt leicht um 0,3 Prozent.

Kunden müssen länger warten

Die gute Geschäftslage sowie der sich seit einigen Jahren abzeichnende Facharbeitermangel führe laut May allerdings auch dazu, dass Kunden länger auf ihren Handwerker warten müssen. Im Schnitt seien es sieben Wochen, ehe ein Handwerker einen Auftrag abarbeiten könne. Im Bau- und Ausbaugewerbe decken die Auftragsreichweiten der Profihandwerker alleine im Handwerkskammerbezirk Aachen sogar bis zu neun Wochen ab.

Ein ganz anderes Bild zeigt sich im Kfz-Gewerbe. „Der Index-Wert zur aktuellen Geschäftslage im vierten Quartal liegt nur noch bei 97,4 Punkten. Bezogen auf die Vergleichsquartale der Vorjahre ist dies der niedrigste Wert seit 2015. Auch die Aussichten für das neue Jahr sind nicht rosig. Im Neuwagengeschäft fehlen Neufahrzeugmodelle aufgrund fehlender Zulassungen“, betonte May. Zudem beklagen die Betriebe ein schlechtes Gebrauchtwagengeschäft. Lediglich die Werkstattauslastung sei stabil.

Der Fachkräfte- und Nachwuchsmangel sei laut May auch im Handwerk ein großes Problem. Ferner kritisierte May das Durchsetzen von Umweltzonen und Dieselfahrverboten. „Handwerksunternehmen, die im Vertrauen auf die Politik in den letzten Jahren ihren Fuhrpark ganz oder teilweise erneuert haben, stehen nun mitunter vor dem Problem, mit ihren Fahrzeugen nicht in Umweltzonen einfahren zu dürfen. Von daher führen diese Fahrverbote zu einer Existenzbedrohung und einer faktischen Enteignung der Betriebe“, sagte May.

Trotz einiger zu bewerkstelligenden Hürden, blickt er optimistisch in die Zukunft. Denn die Binnenmarktnachfrage sei nach wie vor gut und viele Themen, wie etwa die Wiedereinführung der Meisterpflicht in verschiedenen Berufen, könnten positiv abgeschlossen werden.