1. Lokales
  2. Aachen

Aachen: „Haariges Vergnügen“ für den Haarener Beamten Frank Prömpeler

Aachen : „Haariges Vergnügen“ für den Haarener Beamten Frank Prömpeler

Eine Überraschung jagte die nächste an diesem Abend zu Ehren von Frank Prömpeler. Als 31. Toupet-Träger der Lustigen Oecher Figaros stand der Präsident des Festausschusses Aachener Karneval (AAK) einmal selbst im Rampenlicht des Eurogress.

„Über seine Haarpracht war ich gar nicht so im Bilde, denn ich kenne sie nur unter der Narrenkappe. Immer hat er das Schiffchen auf dem Kopf“, meinte Laudator Uwe Brandt, der Toupet-Träger des Vorjahres.

Ein ungewohnter Anblick: Frank Prömpeler mit Haaren. Die Lustigen Oecher Figaros zeichnen den AAK-Präsidenten mit dem Ehrentoupet aus. Die Laudatio hält Vorjahrespreisträger Uwe Brandt (rechts oben), der Geehrte bedankt sich mit einem satirischen Theaterstück über den „1. Aachener Genehmigungstag für öffentliche Veranstaltungen“ (rechts unten). Foto: Martin Ratajczak

Die Verleihung des Ehrentoupets war eingebettet in ein hervorragendes Programm, das von Prinz Mike I. und Märchenprinz Julius I. über Stimmung mit de Originale und den 4 Amigos bis hin zum glänzenden Redner Wolfgang Trepper viel Abwechslung bot. Was im Programmheft als „haariges Vergnügen“ angepriesen und von Christian Mourad moderiert wurde, erwies sich dann tatsächlich als äußerst stimmungsvoll.

Die Tänzer von TN Boom unter der Leitung von Marga Render boten mit ihrer Show „Latin Fever“ eine wahre tänzerische Explosion. Zuvor hatten die Tänzerinnen bereits bei der großen Frisuren-Show der Figaros mitgewirkt. „Diese Sitzung ist ja eine Zunftsitzung, bei der sich die Innung präsentiert und ihre Arbeit gewürdigt wird“, erklärte Mourad.

Der Höhepunkt war natürlich die mit Spannung erwartete Laudatio. Kurzweilig schilderte Uwe Brandt, mit welch großem Engagement Frank Prömpeler den Karneval lebt. 1971 in Burtscheid geboren, habe „Frankie“ nur als Baby volles Haar gehabt. „Dann wurde es karg und kärger. Seine Eltern waren bei den Lachtauben, und seitdem hat ihn die Droge Vereinskarneval erwischt“, schilderte Brandt. Frank habe sich als Cowboy, Indianer und Noppeney verkleidet. Sein Traum, Märchenprinz zu werden, ging nicht in Erfüllung. Stattdessen wurde es sein Sohn Max im Jahr 2008 — dem Jahr, als Prömpeler selbst als Frank II. Karnevalsprinz von Aachen war.

1995 wurde er Beamter der Stadtverwaltung. „Seit 2009 leitet er da Bezirksamt Haaren. Er und Haare? Mit den haarigen Haare­nern hat er anfangs gefremdelt als Plätteköpp aus der Kaiserstadt, bis sie festgestellt haben, dass es auf die inneren Werte ankommt“, erzählte Brandt in seiner launigen Laudatio. „Prömpeler wollte immer und vor allem Karneval, mit Haut und wenig Haar, er ist maximal engagiert, arbeitet jeden Tag rund vier Stunden ehrenamtlich“, betonte der Laudator.

Als Till Eulenspiegel sei Prömpeler im Hofstaat von Hanns Bittmann gewesen, später dann bei der daraus hervorgegangenen Sangestruppe Jonge vajjen Beverau. Er ist im AKV-Ex-Prinzenkorps und als AAK-Präsident engagiert. „Er hat Ideen und ein flottes Mundwerk, er ist leidenschaftlich, authentisch und glaubhaft. Er nennt Karneval den Kitt für die Stadtgellschaft, Familienersatz, Gemeinschaft für Kinder und Jugend, Marke für Aachen und ein Mittel gegen Isolation und für Integration“, stellte Brandt fest.

Vom Vorsitzenden der Figaros, Walter Braun, und Haarkünstler Rene Anschütz wurde ihm anschließend das Toupet überreicht und angepasst. Die Mariechen der dem AAK angeschlossenen Vereine standen dazu Spalier.

Theaterstück statt Rede

Gerührt bedankte sich Prömpeler: „Ich bin halt so wie ich bin, nicht perfekt, aber ich lebe für den Karneval und die Menschen in dieser Stadt.“ Statt einer Dankesrede führte er mit Kabarettistin Angelika Kutsch von den Öcher Nölde ein kleines Theaterstück auf: Mit dem „1. Aachener Genehmigungstag für öffentliche Veranstaltungen“ gab er einen szenischen Einblick in das Leben mit dem Amtsschimmel.

Die 14 Musiker der Brassband Druckluft ließen mit glitzernden Kleidern, bunten Anzügen und toller Musik den Preisträger hochleben. Und dann gab es noch ein ganz besonderes Ständchen und zwar von den Jonge vajjen Beverau, die für drei Lieder noch einmal die Bühne betraten und Frank Prömpeler dazu in ihre Mitte nahmen. Emotionaler und schöner hätte der Abend für den Träger des 31. Ehrentoupets nicht enden können.