Aachen: „Guter Studienstart“: Reinschnuppern ins Ingenieursstudium

Aachen : „Guter Studienstart“: Reinschnuppern ins Ingenieursstudium

Das Abi ist geschafft, für viele geht es danach weiter an eine Uni oder eine FH. Aber welches Studienfach soll man wählen? Zumindest die Fachbereiche Ingenieurswissenschaften an der RWTH und der FH Aachen bieten angehenden Studierenden ein Schnuppersemester an — quasi das nullte Semester. „Guter Studienstart“ heißt das Projekt.

2015 wurde es aus der Taufe gehoben. Studieninteressierte schreiben sich zum Sommersemester an beiden Hochschulen ein und entscheiden sich ab dem Wintersemester endgültig. „Wir haben die gleichen Probleme“, beschreibt Maike Sube, die für die RWTH das Projekt koordiniert, die Gründe für die Einführung des Programms. Studierende seien nicht genug vorbereitet auf ein Studium, das zeige sich unter anderem an den hohen Wechselquoten innerhalb der Hochschulen.

Auch für Studienwechsler

Das Programm richtet sich daher auch an Studienfachwechsler, die diesmal sicher sein wollen, dass es passt. 560 Studierende haben das Projekt in den vergangenen vier Jahren genutzt, aktuell sind 180 Teilnehmende angemeldet. Fester Bestandteil und Pflichtteil des Programms ist die Pro8-Woche. Dabei schließen sich die teilnehmenden Studierenden in Gruppen zusammen, die im Wettbewerb ergebnisorientiert eine Aufgabe lösen, die von einem Unternehmen gestellt wurde. Betreut werden die Teams von Teamcoaches, davon kommt einer aus den Fachbereichen Ingenieurwesen, der andere aus dem Fachbereich Soziale Arbeit von der Katholischen Hochschule NRW (Katho) Aachen.

18 Teams traten in diesem Jahr an. Bei der Aufgabe ging es darum, eine Vorrichtung zu entwickeln, die im Produktionsablauf prüft, ob Reinigungsdüsen richtig funktionieren. Maike Sube hebt die Möglichkeiten für die Teilnehmenden hervor, die diese Projektwoche bietet: „Sie haben die Möglichkeit, praktisch unter Realbedingungen an einem Projekt zu arbeiten, eigene Ideen zu entwickeln und diese umzusetzen. Gerade die Tatsache, dass viele Teilnehmende kaum fachspezifische Kenntnisse besitzen und unbedarft an die Problemlösung gehen, macht diese Woche so wertvoll. Auch die Sozialkompetenzen, die sie dabei erwerben, wie Teamfähigkeit, sind nicht zu unterschätzen.“

Das beste Projekt aus diesem Wettbewerb wurde bei einer großen Abschlussveranstaltung gekürt. Drei Gruppen kamen in die engere Wahl und durften dem Plenum ihre Ideen präsentieren. Das Rennen machte schließlich eine Gruppe, die mittels Sensoren prüfen will, ob die Reinigungsflüssigkeit die Düsen trifft.

Mitgetüftelt hat auch Finn Leonhardt: „Das war schon eine Achterbahn der Gefühle. Wir sind so manches Mal auf Probleme gestoßen, wo wir dachten, da kommen wir nicht durch. Aber am Ende des Tages haben wir es doch geschafft.“ Das Siegerteam darf jetzt das Unternehmen besichtigen, für das es die Prüfvorrichtung entwickelt hat.

Wertvolle Erfahrungen für ihren zukünftigen Weg haben alle gemacht. In dieser Form wurde das Projekt in diesem Jahr wohl zum letzten Mal ausgetragen, die Mittel laufen aus. Wie alternative Angebote aussehen können, wird derzeit geprüft.

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