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Förderprogramm für Nachtkultur: „Guten Abend, Aachen“

Förderprogramm für Nachtkultur : „Guten Abend, Aachen“

150.000 Euro stellt die Stadt für ihr Stärkungspaket „Guten Abend, Aachen“ bereit. Öffentliche Abendveranstaltungen sollen vor allem im Herbst und Winter mehr Menschen in die Innenstadt locken.

Über Besuchermangel kann die Stadt zurzeit nicht klagen. Doch was ist, wenn der Weihnachtsmarkt vorbei ist? Die dunkle Jahreszeit ist abseits des Saisongeschäfts auch für den Handel oftmals eine trübe Angelegenheit, weshalb sich die städtischen Spitzen Gedanken machen, mehr Leben in die Stadt zu bringen. Ein Fonds mit dem Namen „Guten Abend, Aachen“ zur „Förderung der Nachtkultur und Nachtökonomie“ soll es richten.

150.000 Euro will die Stadt vorerst für das Stärkungspaket bereitstellen, wie aus einer Vorlage für den Hauptausschuss hervorgeht. Gefördert werden sollen auf diese Weise auch der Ideenreichtum und die Kreativität der Aachener Kultur- und Veranstalterszene. Denn sie ist nun gefordert, aktiv zu werden und für eine spezielle Aachener Atmosphäre in den herbstlichen und winterlichen Abendstunden zu sorgen. Musik im Freien, Lesungen, Kunstaktionen und andere Veranstaltungen sollen dann dafür sorgen, dass auch in der nasskalten Zeit möglichst viele Menschen angelockt werden und durch die Stadt bummeln.

Profitieren sollen davon nicht nur Handel und Gastronomie, sondern nach Möglichkeit auch die Aktiven, denen unter freiem Himmel eine Bühne bereitet werden soll, die sich bekannter machen können und nicht zuletzt mit einem Zuschuss rechnen dürfen. Mit maximal 2500 Euro kann ein Angebot oder ein Auftritt im öffentlichen Raum gefördert werden. Schließen sich mehrere Veranstalter zusammen, sind auch 5000 Euro möglich. Bezahlt werden können davon Künstlerhonorare, Werbung oder auch technisches Equipment wie Licht- und Tonanlagen.

Die Federführung soll beim neuen Aachener Nachtbürgermeister Lukas Delvenne liegen, der Mitte des Jahres seinen Job angetreten hat und sich speziell ums abendliche und nächtliche Leben in der Stadt kümmern soll. Gefragt ist dabei auch die hohe Kunst des Ausgleichs zwischen jenen, die gerne feiern und auch mal lauter sind, und all jenen, denen es schnell zu viel wird und die sich nach mehr nächtlicher Ruhe sehnen.

Zusätzliche Veranstaltungen sollen in diesem Fall „schnell und unbürokratisch“ ermöglicht werden. Ob auch Schallschutzgutachten oder Sicherheitskonzepte gefordert werden, lässt die Vorlage bislang noch offen. Für viele Veranstalter sind vor allem dies die Hürden, die nur schwer zu überwinden sind.

Leichter zu erfüllen dürften hingegen die anderen Vorbedingungen sein: Alle Veranstaltungen unter dem Label „Guten Abend, Aachen“ sollen nach 17 Uhr stattfinden. Der Eintritt muss frei oder zumindest sehr kostengünstig und für jeden zugänglich sein. Die Veranstaltungsorte sollen innerhalb des Alleenrings oder nahebei liegen.

Für das Projekt, das mit dem Handel, der Gastronomie und den Tourismusexperten abgestimmt ist, macht die Stadt mächtig Tempo. Regelwerk und Antragsvordrucke sind bereits in Arbeit. Schon im Dezember können sich dann mögliche Interessenten, Vereine, Initiativen oder auch kommerzielle Veranstalter bewerben. Im Idealfall können die ersten Veranstaltungen bereits im Januar über die Bühne gehen.

Befristet ist die Aktion zunächst bis Dezember 2023. Ob sie 2024 fortgesetzt wird, hängt vom Erfolg ab.