Aachen: „Gute Sache“: Teilnehmer ziehen Bilanz

Aachen: „Gute Sache“: Teilnehmer ziehen Bilanz

Um Gutes zu tun, braucht es vor allem engagierte Menschen. Diese zu finden ist manchmal zwar nicht ganz einfach, dennoch ist dies der Bürgerstiftung Lebensraum Aachen nun schon zum zweiten Mal gelungen. Für das Programm „Gute Sache“ haben die Verantwortlichen um Projektleiterin Brigitte Erm gleich acht Vereine und Gesellschaften gefunden, die sich in diesem Jahr für — nun ja — eben eine gute Sache eingesetzt haben.

Am Mittwochabend fand nun die Abschlussveranstaltung der diesjährigen Projekte in den Räumen der AachenMünchener Versicherung statt.

Das hatte seine Gründe, denn wie das bei großen Anliegen so ist, braucht es meist auch Geld dazu. „Die Arbeit unserer Stiftung hat mittlerweile Dimensionen angenommen, die man alleine mit Ehrenamtlichen nicht mehr stemmen kann“, sagte Hans-Joachim Geupel, der Vorsitzende der Bürgerstiftung Lebensraum Aachen. Dazu seien große Partner wie die AachenMünchener nötig, wobei man hierbei schon von einer „Patenschaft“ sprechen könne.

Ein Beispiel dafür und ein Beleg, dass sich die Projektteilnehmer auch in unwegsames Gelände vorgewagt haben, ist die Kooperation der Pfarre Franziska von Aachen mit der Akademie für Handwerksdesign Gut Rosenberg. Deren Studenten wurden nämlich mit der Neugestaltung des Trauercafés in der Pontstraße betraut. „Für gestalterische Aufgaben ist das natürlich ein sehr schwieriges Thema, dennoch war uns das ein großes Anliegen und auch eine wichtige Erfahrung“, so Akademieleiterin Dr. Petronella Prottung. Mehrere Entwürfe liegen jetzt zur Auswertung bereit, und einer davon — so der Plan — soll dann auch verwirklicht werden.

Auch die Zusammenarbeit der Alzheimergesellschaft der Städteregion Aachen mit Rewe Stenten in Burtscheid trug Früchte. Dazu haben sich die Freiwilligen einem besonderen Kniff aus der Einkaufswelt bedient: Sie haben die Leute mit Produkten angelockt, die schon seit Ewigkeiten gleich aussehen, gleich riechen oder gleich schmecken. „Über das Äußere und die Gerüche werden oft wieder Erinnerungen geweckt. So haben wir auf positive Weise auf das Thema Demenz aufmerksam gemacht und dafür auch viel Zuspruch von den Kunden erhalten“, sagte Uli Tischer von der Alzheimergesellschaft.

Ebenfalls um die Erinnerung drehte sich das Projekt des Anne-Frank-Gymnasiums mit dem Medienhaus Aachen. Hier wurden für ein Internet- und Buchprojekt mit dem Titel „Zwischen den Welten“ Geschichten von Kindern mit Fluchterfahrungen oder Migrationshintergründen gesammelt und aufbereitet. Eine wertvolle Erfahrung, wie Amien Idries, Chef von Dienst von Aachener Zeitung und Aachener Nachrichten, sagte. Schließlich sei es doch die Aufgabe von Journalisten, sich den Lebensrealitäten der Menschen anzunähern.

Ob „Gute Sache“ im kommenden Jahr fortgeführt werden kann, ist derzeit noch nicht sicher. Die Frage der Finanzierung stelle sich dabei erneut, so Projektleiterin Erm. Aber die Signale seitens der Unterstützer seien bislang positiv. Dabei kann sie auch auf Hilfe aus Düsseldorf rechnen, wie die neue NRW-Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt, Andrea Milz, bei der Abschlussveranstaltung betonte. Feste finanzielle Zusagen konnte sie jedoch auch noch nicht machen, denn über die nächsten Haushaltbudgets wird derzeit im Landtag verhandelt.

Im Gespräch mit AZ-Redakteur Robert Esser betonten alle Teilnehmer bilanzierend, wie wertvoll die „Gute Sache“ für Aachen ist: darunter auch der Bundesverband Herzkranker Kinder e.V., der Driescher Hof e.V., die Evangelische Familienbildungsstätte Aachen, GIPS S&L e.V., Tabalingo Sport & Kultur integrativ, Käfer EDV Systeme, Nobis Printen und die AachenMünchener Versicherung mit Vorstand Helmut Gaul.