Gutachterausschuss legt Bodenrichtwerte für Städteregion Aachen fest

Grundstückspreise erneut gestiegen : „Immobilienmarkt in Aachen fast leergefegt“

Wer in Aachen ein Grundstück sucht, um darauf ein Eigenheim für seine Familie zu errichten, braucht dafür natürlich das nötige Kleingeld. Und davon braucht der oder die Suchende zunehmend mehr.

Denn die aktuellen Bodenrichtwerte in der Stadt, die jetzt der Gutachterausschuss für Grundstückswerte in der Städteregion festgelegt hat, sind erneut gestiegen.

Und mehr noch: „Der Immobilienmarkt in der Stadt Aachen scheint fast leergefegt zu sein“, bewertet der Gutachterausschuss die Zahlen für das Stadtgebiet. „Somit weichen Immobilieninteressenten verstärkt auf die ehemaligen Kreiskommunen aus. Dort wurden Preissteigerungen von bis zu 15 Prozent registriert“, heißt es in der Mitteilung wörtlich.

Dabei weist die Städteregion nach wie vor ein großes Gefälle bei den Werten für Wohnbaugrundstücke auf. In Monschau und Simmerath (30 bis 115 Euro/Quadratmeter) liegen sie deutlich unter dem Durchschnitt der anderen ehemaligen Kreiskommunen inklusive der Randbereiche Aachens, wo sie zwischen 85 und 330 Euro/Quadratmeter betragen. In Aachen selbst sind die Bodenrichtwerte für individuellen Wohnungsbau fast durchgehend erneut gestiegen. Im Südviertel liegen die Spitzenwerte bei nunmehr zwischen 570 und 675 Euro/Quadratmeter. Im Bereich Hörn und Laurensberg gab es ebenfalls leichte Steigerungen auf Preise zwischen 350 und 490 Euro/Quadratmeter.

Zum Vergleich: In den ehemaligen Kreiskommunen werden Spitzenpreise – wie schon in den Vorjahren – bei Baugrundstücke in Würselen und in Stolberg-Breinig erzielt. Wer in guter Wohnlage bauen wollte, musste rund 330 Euro/Quadratmeter bezahlen, in mittlerer Lage in Würselen immerhin noch 260 Euro. Die Werte für mittlere Wohnlage in den anderen Kommunen reichen von Herzogenrath (200 Euro/Quadratmeter) über Stolberg (180), Roetgen (170) bis Monschau (65). In Monschau-Widdau oder Simmerath-Erkensruhr müssen allerdings nur rund 30 bis 36 Euro pro Quadratmeter gezahlt werden.

Die Bodenrichtwerte in den innerstädtischen Gebieten von Aachen mit gemischten Bauflächen sind ebenfalls gestiegen, allerdings nur leicht. Sie liegen nun zwischen 400 und 1000 Euro/Quadratmeter. Im Frankenberger Viertel liegt dieser Wert derzeit beispielsweise bei bis zu 800 Euro/Quadratmeter. Bei den Bodenrichtwerten für innerstädtische Geschäftslagen liegt der Spitzenwert mit 10.000 Euro/Quadratmeter im Bereich der Adalbertstraße zwischen Kugelbrunnen und Peterstraße, gefolgt von 7.100 Euro im Bereich Holzgraben.

Die zahlreichen Leerstände in der Innenstadt spiegeln sich allerdings auch in den Bodenrichtwerten wider. So kostet der Quadratmeter im nur wenige Meter vom Holzgraben entfernten Dahmengraben, der im vergangenen Herbst nach einer Studie der Initiative Aachen erstmals als „einzelhandelsrelevanter Bereich“ von der Stadtkarte gestrichen wurde, „nur“ noch 1500 Euro/Quadratmeter –  ebenso wie am Büchel.

Insgesamt sind in der Städteregion im Jahr 2018 laut Gutachterausschuss Grundstücke im Gesamtwert von 1,33 Milliarden Euro gekauft worden. Dieser Wert liegt nur wenig hinter dem Rekord aus dem Jahr 2017 zurück.

(hr)
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