Grundstücke rund um den Büchel: Stadt Aachen geht auf Einkaufstour

Grundstücke rund um den Büchel : Die Stadt Aachen geht auf Einkaufstour

„Einkaufen in Aachen“ lautet der Werbeslogan einer Initiative. Mitinitiatorin ist die Stadt. Die geht jetzt selbst mitten in der City sozusagen auf Shoppingtour. So ganz freiwillig ist das große Einkaufen gleichwohl nicht.

Und das Portemonnaie muss mit einer Menge Geld gefüllt sein, um das zu bekommen, was man dringend benötigt. Konkret: das Parkhaus Büchel und mehrere umliegende Grundstücke, die für die ersehnte Neuausrichtung des einst so betitelten „Altstadtquartiers Büchel“ von entscheidender Bedeutung sind.

Eigentlich wollten die beiden Aachener Projektentwickler Norbert Hermanns (Landmarken) und Gerd Sauren (AC Immobilien) mit ihrer gemeinsamen „Büchel Immobilien GmbH“ das Gebiet zwischen Büchel und Mefferdatisstraße, Nikolausstraße, Kleinkölnstraße und Antoniusstraße mit einem Mix aus Wohnen und Büros nebst neuen Wegeverbindungen und Plätzen auf Vordermann bringen. Doch nach viel Zwist um Details wie die Zukunft des Rotlichtmilieus in der Antoniusstraße gaben die Investoren schließlich bekannt, das Großprojekt nicht mehr umsetzen zu wollen.

Nachdem bereits zuvor mehrere Anläufe, das Parkhaus Büchel abzureißen und dort ein Vorzeigeprojekt zu realisieren, floppten, beschloss die Politik letztlich, dass die Stadt die Zukunft des zentralen Areals selbst in die Hand nehmen soll. Dazu soll eine Entwicklungsgesellschaft gegründet werden. Und dazu sollen besagte Grundstücke gekauft werden, um überhaupt handeln zu können.

In den vergangenen Monaten wurde zwischen Stadt und Investoren verhandelt. Jetzt liegt ein Ergebnis auf dem Tisch, das offenbar die Zustimmung beider Seiten findet. Details werden erstmals hinter verschlossenen Türen am Mittwoch, 26. Juni, im Hauptausschuss vorgelegt. Weitere Ausschüsse und der Stadtrat werden sich in den kommenden Wochen noch damit befassen. Und das Ergebnis wohl auch so absegnen, denn es trifft dem Vernehmen nach auf breite politische Zustimmung.

Die Einkaufstour der Stadt besteht dabei aus mehreren Schritten. Im ersten Schritt soll gleich der größte Brocken an Land gezogen werden: das marode Parkhaus Büchel, das eigentlich schon seit mehr als einem Jahrzehnt nicht mehr existieren sollte. Der Kaufpreis soll nach Informationen unserer Zeitung bei knapp über sechs Millionen Euro liegen. Ebenfalls von der „Büchel Immobilien GmbH“ gekauft werden sollen Grundstücke und Gebäude an der Mefferdatis- und der Nikolausstraße sowie am Büchel. Unter dem Strich steht die Summe von etwas weniger als elf Millionen Euro. Damit liegt das Ergebnis leicht unter den ersten Kalkulationen, die sich auf rund 11,7 Millionen Euro beliefen.

Schritt zwei soll dann weitere Schlüsselgrundstücke im Altstadtquartier umfassen. Dazu gehört zum Beispiel das Areal an der Nikolausstraße, das der Familie Falter (Mayersche Buchhandlung) gehört. Seniorchef Helmut Falter hatte gegenüber unserer Zeitung angesichts des Verbleibs der Bordelle in der Innenstadt einst angekündigt, unter diesen Voraussetzungen die Grundstücke nicht mehr selber bebauen zu wollen.

Ebenso werden Häuser in der Antoniusstraße in den Blick genommen, die der „Downtown Immobilien“ gehören – hinter der wiederum Norbert Hermanns steht –, und die Brachfläche an der Antoniusstraße hinter dem Parkhaus, der Eigentümerin die „AC Immobilien“, also Gerd Sauren, ist. 

Eine Rolle spielte in den Verhandlungen auch der Ersatzwohnraum, den die „Büchel Immoblien“ für den Bau des Aquis Plaza schaffen muss. Mit dem Einkaufszentrum hat die Gesellschaft zwar gar nichts zu tun. Aber man übernahm die Verpflichtung von der Strabag, als man dem Bauriesen das Parkhaus Büchel einst abkaufte. Nach Informationen unserer Zeitung soll diese Verpflichtung weitgehend bei den Investoren verbleiben. Ein Teil entfällt jedoch auch, etwa durch Anrechnung des Neubaus am Theaterplatz seitens des Investors Norbert Hermanns.

Nach einem erfolgreichen Ende der Shoppingtour könnte es dann im Altstadtquartier endlich vorangehen. Allerdings hat die Vergangenheit auch gelehrt, dass bei diesem Thema ein Teil des Werbeslogans – siehe oben – auch voll zutrifft: „Alles drin!“

Mehr von Aachener Zeitung