Aachen: Grundsteinlegung der Ahmadiyya Muslim Jamaat-Moschee

Aachen: Grundsteinlegung der Ahmadiyya Muslim Jamaat-Moschee

Sie soll ein Symbol dafür sein, dass die Ahmadiyya Muslime in Frieden mit ihren Nachbarn - egal welcher Religion - leben: die neue Moschee in der Feldstraße. Davon zeugt auch ein Detail im Kaufvertrag: Von dem 14 Meter hohem Minarett werden die umliegenden Nachbarn keinen Gebetsruf hören.

In Deutschland verzichten die Mitglieder der Ahmadiyya Muslim Jamaat (AMJ) generell darauf, um die nichtmuslimischen Bürger nicht zu stören.

Nachdem im Oktober des letzten Jahres ein Dialog mit den Anwohnern stattfand, legte jetzt der Khalif der weltweiten Ahmadiyya Muslim Jamaat, Hazrat Mirza Masroor Ahmad, den Grundstein für die Moschee in Aachen. Auf dem Gelände an der Feldstraße entsteht für die rund 170 Mitglieder auf 300 Quadratmetern ein Gotteshaus, die Suche nach einem passenden Grundstück dauerte fünf Jahre.

Für die Bauzeit ist zunächst ein Jahr eingeplant, der Bauantrag ist in Arbeit. Die Kosten in Höhe von rund 450.000 Euro finanziert die Gemeinde größtenteils aus Spenden ihrer Mitglieder. Eine Aachener Reiterstaffel begrüßte den Khalif Hazrat Mirza Masroor Ahmad, seine Rede hielt er auf Urdu, die für die Gäste auf Deutsch übersetzt wurde.

Er erklärte, dass die Moscheen ein Symbol dafür seien, dass die Ahmadiyya Muslime die Grund- und Menschenrechte befolgen. Er forderte die Aachener Gemeinde auf, nicht nur durch Worte, sondern auch in der Praxis für ein friedliches Miteinander einzustehen: „Die Menschen werden sehen, wie die Ahmadiyya Muslim Jamaat sich hier einbringen werden.”

Bürgermeisterin Margrethe Schmeer lobte den Entstehungsprozess, der „ohne hitzige Debatten, ohne mediales Aufbauschen und ohne Streit und Hader vorbereitet worden ist.” Die Moschee signalisiere, dass sich die Ahmadiyya nicht abschotten, sondern in guter Nachbarschaft leben wollen.

Das multikulturelle Klima in Aachen könne nur stattfinden, „wenn die fundamentalen Grundgesetze eingehalten werden.” Die AMJ ist mit rund 30.000 Mitgliedern einer der größten muslimischen Verbände in Deutschland.

Sie tritt für Meinungs- und Religionsfreiheit ein. Viele der in Deutschland lebenden Ahmadiyya Muslime sind aus ihrer Heimat geflohen, wo sie wegen ihrer Auffassung vom Islam verfolgt wurden. Der Präsident der Ahmadiyya Muslim Jamaat Deutschland, Amir Abdullah Uwe Wagishauser, betonte auch den hohen Bildungsgrad der Mitglieder und den Wert interreligiöser Dialoge.