Aachen: Grundstein liegt, aber mancher dicke Brocken muss noch weg

Aachen: Grundstein liegt, aber mancher dicke Brocken muss noch weg

Der Grundstein ist gelegt. Auf dem Weg zu einer städteregionalen Fusion von Feuerwehr, Rettungsdienst und Katstrophenschutz sind allerdings in den kommenden Monaten noch einige dicke Brocken aus dem Weg zu räumen.

Und während am Montag auf der Baustelle an der Stolberger Straße die schmucke Grundsteinplatte sanft und lautlos auf ihren Platz schwebte, knirscht es im städteregionalen Feuerwehrgefüge noch. Zwischen den Zeilen ist das herauszuhören, auch wenn die Festgäste aus der Stadt und aus der Städteregion durchaus optimistisch in die gemeinsame Zukunft schauten. „Gemeinsam” war dann auch die am häufigsten gebrauchte Vokabel. Und zumindest eines steht so fest wie der Grundstein: Im kommenden Jahr werden die Helfer und Retter der Region - gemeinsame - Lösungen gefunden haben müssen. Denn spätestens im dritten Quartal 2012 wird der Schalter umgelegt - dann fusionieren die Leitstellen im sechs Millionen Euro teuren Neubau. Bisher gibt es deren zwei - die städtische an der Stolberger Straße und jene des Alt-Kreises in Simmerath. Dazu haben auch noch einige kreisangehörige Kommunen Leitstellen, Alsdorf und Stolberg zum Beispiel.

Oberbürger Marcel Philipp unterstrich, welch hochprofessionelle Truppe die Aachener Feuerwehr sei - sowohl bei Ausbildung wie bei Ausrüstung. Nur die alte Hauptwache an der Stolberger Straße passe nicht so recht in dieses Bild. Zeit also für eine Modernisierung, auch wenn diese mit einem halben Jahr Verzögerung kommt. Die Ausschreibung musste erneuert werden, weil die Angebote nicht in den Kostenrahmen passten. In Sachen Fusion sprach der OB von einem „komplizierten Konstrukt”, bei dem schon mancher Stein aus dem Weg geräumt worden sei. Und Philipp betonte den Führungsanspruch der Aachener Berufsfeuerwehr. Sie sei der „professionelle Kern”. Das werde „inzwischen auch in der Region so wahrgenommen”.

Tatsächlich gibt es aber auch zum jetzigen Zeitpunkt noch Animositäten hinter den Kulissen. Feuerwehrchef Jürgen Wolff hatte jüngst im zuständigen Fachausschuss noch von den dicken Brettern berichtet, die in den laufenden Verhandlungen zu bohren seien. Ein Punkt ist dabei zum Beispiel der Katastrophenschutz. In einem städteregional bedeutsamen Schadensfall werden derzeit noch zwei Krisenstäbe gebildet. Logischerweise soll es demnächst nur noch einer sein. Aber wer wird diesen dann leiten? Die Stadt oder die Städteregion? Befürchtungen gibt es in den Kommunen des Alt-Kreises auch dahingehend, dass die Aachener Feuerwehr bei sämtlichen Einsätzen den Kommandostab führt. Dem widerspricht Jürgen Wolff allerdings vehement. „In Aachen werden die Einsätze nur zentral disponiert, die Einsatzleitung bleibt aber selbstverständlich bei den Feuerwehren vor Ort.” Das, so Wolff, sage er auch immer wieder in den Gesprächen. „Ich habe nur das Gefühl, dass man mir das nicht so recht glaubt”, fügt er hinzu. Bis zum Start der gemeinsamen Leitstelle soll - und muss - das alles allerdings vom Tisch sein.

Zunächst wurde nun am Montag - gemeinsam - der Grundstein gemauert. Das übernahm neben dem Oberbürgermeister Städteregionsrat Helmut Etschenberg unter fachkundiger Aufsicht von Geschäftsführer Uwe Steinfeld und Polier Achim Eberhardt von der ausführenden Baufirma Depenbrock.

Im Februar 2012 soll der Bau fertig sein, die Technik dann in der zweiten Jahreshälfte in Betrieb gehen. Dem gestrigen Festakt folgen nun erst einmal wieder die harten Verhandlungen.