Grundschüler durften an der FH Aachen Hochschulluft schnuppern

Helle Köpfe : Wenn es zischt und knallt wird’s interessant

Studierende werden auch immer jünger, könnte man meinen. Seit Herbst wuselte ein Dutzend Dritt- und Viertklässler einmal wöchentlich durch die Fachhochschule (FH) Aachen. „Wenn sie hier waren, war es laut wie bei einer Karnevalsveranstaltung“, erzählte Nadine Bellingradt-Hannig. Die Jungen und Mädchen sind natürlich noch keine richtigen Studierenden, aber trotzdem schon „helle Köpfe“.

„Helle Köpfe“ nennt sich das Projekt, bei dem Grundschüler und -schülerinnen zum ersten Mal „Hochschul-Luft“ schnuppern durften.

In zwölf Workshops lernten die Kinder unter Anleitung von Experten die verschiedenen Fachbereiche der FH kennen – von Bauingenieurwesen über Maschinenbau bis hin zu Biomedizin. „Nur was zischt und knallt, ist spektakulär“, sagte Bellingradt-Hannig, Projektleiterin seitens der FH. Darum durften die Junioren-Wissenschaftler nicht nur mit echtem Laborequipment arbeiten, sondern auch Stoffe anzünden und zur Explosion bringen. Finanziell unterstützt wird das Projekt von der Bürgerstiftung der Sparkasse Aachen.

„Fantastisch war vor allem der neue Workshop, der im ,Nichts‘ spielt“, betonte Professor Josef Rosenkranz, Prorektor für Studium und Lehre an der FH. Denn wer weiß schon, wie sich ein herkömmlicher Schaumkuss in einem Vakuum verhält? „Er wird riesengroß und macht dann plopp“, berichtete Teilnehmer Luis. Bei der Abschlussveranstaltung der neunten Auflage „Helle Köpfe“ am Dienstagabend stellten die Jungen und Mädchen selbst ihre Erlebnisse vor.

Ob Knobelaufgaben und Rätsel lösen, eine Grillzange herstellen oder mithilfe einer „Virtual Reality-Brille“ malen – alles klingt gleichermaßen nach Arbeit wie Spaß. Für Teilnehmer Fabian war das Gespräch mit Pepper, einem Roboter, der Höhepunkt. „Ich habe gefragt, wie das Wetter ist“, erzählt er und ergänzt achselzuckend: „Darauf wusste Pepper keine Antwort.“ Der Roboter stehe noch in der jungen Entwicklungsphase.

Generell haben die „hellen Köpfe“ jede Menge gelernt: Zum Beispiel, dass Bananen eigentlich sauer statt süß sind – zumindest dem pH-Wert nach. Oder die zahlreichen Elemente des Periodensystems, wie Brücken aus Holz gebaut werden oder Gegenstände 3D-gedruckt werden.

Am Ende ihres „Kurzstudiums“ bekamen die Dritt- und Viertklässler zwar noch keinen Hochschulabschluss, aber immerhin eine schöne Urkunde. Als Andenken erhielten sie zudem einen Flexi-Würfel, beziehungsweise den Bausatz eines solchen Würfels. „Den müsst ihr euch selbst zusammenbauen“, erklärt Bellingradt-Hannig. Für die „hellen Köpfe“ mit Sicherheit ein Kinderspiel.