Aachen: Grünes Licht für den Bau des neuen Polizeipräsidiums

Aachen: Grünes Licht für den Bau des neuen Polizeipräsidiums

Es muss jetzt vorangehen. Anfang 2019 will die Polizei in ihr neues Präsidium einziehen. Ihr Vermieter — die Essener Hochtief-Tochter PPP Solutions — muss die neue Heimat für 1200 Aachener Polizisten bis dahin hochgezogen haben.

Damit das klappt, müssen in den kommenden Wochen Bagger auf das Grundstück Ecke Debyestraße/Trierer Straße rollen. Termintreue — so hatte sich Hochtief PPP Solutions bei der Vorstellung der Pläne im Herbst 2015 gerühmt — sei nämlich eine der Stärken des Unternehmens. Und so wurde jetzt auch seitens der Stadt die Ampel auf Grün geschaltet, wie Baudezernent Werner Wingenfeld auf Anfrage bestätigte. Ende vergangener Woche sei eine sogenannte „Teilbaugenehmigung“ für das 60-Millionen-Euro-Projekt ausgesprochen worden. Hochtief könnte also loslegen — theoretisch.

Praktisch allerdings noch nicht.Der Kaufvertrag für das Grundstück mit der Stadt ist noch nicht unterzeichnet. Immer noch ist eine wichtige Frage nicht abschließend beantwortet. Wer zahlt am Ende wieviel für das ursprünglich nicht vorgesehene Regenrückhaltebecken, das unter dem Parkhaus mit seinen 450 Stellplätzen angelegt werden soll? Dass es einer solchen Entwässerung auf dem Grundstück bedürfe, darauf hatte die Stadt den Bauherrn im Zuge des Bauantragsverfahrens aufmerksam gemacht.

Die 20.000 Quadratmeter große Fläche liegt im Hochwasserschutzbereich des gleich nebenan fließenden Haarbachs. Das, so ärgerte sich Hochtief, hätte man ja auch mal früher sagen können. Denn in die Kalkulation der Baukosten war ein solches unterirdisches Becken nicht eingeflossen. Oder aber, die Stadt dürfte nicht vier Millionen Euro für das Grundstück verlangen, sondern müsste es zu einem „marktüblichen Preis“ verkaufen, so ein Hochtief-Sprecher vor einigen Monaten. Seitdem wird über diesen Punkt verhandelt. Die Stadt dürfte logischerweise beim Geld — auch mit Blick auf die klammen städtischen Finanzen — eigentlich keine Zusagen machen, denn sie wähnt sich nach damaligen Aussagen aus der Verwaltungsspitze im Recht.

Für Hochtief könnte das unterirdische Zusatzbauwerk auf der anderen Seite je nach Kosten arg an der Wirtschaftlichkeit des Gesamtprojektes kratzen. Da mit der Polizei vertraglich eine Miete von 12,66 Euro pro Quadratmeter vereinbart ist, gehen alle Zusatzkosten zu Lasten des Hochtief-Portemonnaies. Und immerhin hatte sich das Unternehmen bei besagtem Vorstellungstermin auch für „Kostensicherheit“ gerühmt. Spannend wird es, wenn die beiden Seiten keine Lösung finden.

Seitens der Polizei, die die Teilbaugenehmigung öffentlich machte, gab es am Montag fröhliche Töne: „Die Aachener Polizistinnen und Polizisten freuen sich nun darüber, dass die Arbeiten auf der Baustelle in der Debyestraße bald starten können“, hieß es aus dem Präsidium. Dem alten natürlich.