Aachen: Grüne: Sofortigen Teilverkauf des Bendplatzes stoppen

Aachen: Grüne: Sofortigen Teilverkauf des Bendplatzes stoppen

Den Grünen stößt der geplante Teilverkauf des Bendplatzes an den Schokogiganten Lindt & Sprüngli sauer auf. Sie sehen keinen Grund dafür, warum die Stadt zum jetzigen Zeitpunkt ein 8000 Quadratmeter großes Stück — etwa ein Fünftel des Platzes — veräußern sollte.

Wie berichtet, soll darüber der Betriebsausschuss für das Eurogress — der städtische Eigenbetrieb pachtet und verwaltet die Flächen — am kommenden Dienstag entscheiden. Wobei Grünen-Fraktionsgeschäftsführer Helmut Ludwig sagt: „Der Betriebsausschuss hat das nicht zu entscheiden.“ Das müsse im Wohnungs- und Liegenschaftsausschuss beraten und im Stadtrat beschlossen werden.

Die Grünen pochen jedoch darauf, dass es im Umfeld Alternativen für eine Erweiterung von Lindt geben könnte. Die braucht das Unternehmen mit seinen mehr als 2000 Mitarbeitern nach eigenem Bekunden dringend. Die Rede ist von bis zu 1000 weiteren Jobs. Lindt hatte deswegen sogar noch weit mehr als die nun in Rede stehenden Flächen des Bendplatzes im Auge.

Doch das Zeitfenster sei so, dass man die Suche nach Alternativen hinbekommen würde, sagt Sebastian Breuer, wohnungspolitischer Sprecher der Grünen. „Der Verkauf scheint offenbar schon so gut wie sicher zu sein“, ärgert sich Breuer. Dabei hätten die Grünen im Schulterschluss mit der Linksfraktion jüngst noch die Aufstellung eines Rahmenplans für das gesamte Gebiet beantragt. In wenigen Monaten könnte mit Hilfe externer Experten festgestellt werden, ob die Erweiterung von Lindt ohne Bendplatz möglich ist, wenn man das Gebiet neu strukturiert. Heute wird darüber im Planungsausschuss gesprochen.

Die Verwaltung kommt in ihrer Vorlage zu dem Schluss, dass derlei Untersuchungen Sinn haben. Eine kurzfristige Auftragsvergabe sei aber nicht möglich, da unter anderem die Finanzierung zu klären sei. Die Grünen wollen Abhilfe schaffen und die nötigen Mittel beantragen. Sollten die anderen Parteien nicht mitziehen, sehen sie „den Kuchen als gegessen“ an, so Ludwig. Sprich: Dann komme wohl der Teilverkauf. Wobei das sicher nicht das Ende sei, sondern eher weitere Teile folgen würden.

Der erste Schritt würde indes nach Einschätzung der Grünen hohe Kosten verursachen. Denn in diesem Bereich des Platzes lägen Leitungen und Kanäle, die dann verlegt werden müssten. Zudem müsse der Bendplatz neu geordnet werden. Eine Alternative zum Bendverkauf könnte hingegen n der Süsterfeldstraße liegen, wo der Campus West gebaut werden soll. Nach Kenntnis der Grünen habe Lindt auch die Campus GmbH angeschrieben, von dort aber eine abschlägige Antwort erhalten. „Das ist nicht wirklich nachvollziehbar“, so Ludwig.

Nun sind die Grünen auch keine Fürsprecher für den Bend an traditioneller Stätte. Im Gegenteil liebäugeln sie seit Jahren mit einer Verlagerung. Weil sie sich dort Wohnbebauung vorstellen können. Und der Bend? Der könnte laut Helmut Ludwig seinen Platz im Sportpark Soers auf dem Gelände des heutigen Polizeipräsidiums finden, wenn das dereinst abgerissen ist. Diese Flächen könnten der Bend und der ALRV dann durchaus gemeinsam nutzen. Eines stellt Breuer vor dem Hintergrund, dass Lindt für den Fall mangelnder Erweiterungsflächen einen Weggang aus Aachen für möglich hält, jedoch klar: „Wir stehen keinesfalls einer Expansion von Lindt im Weg. Aber wir sollten den Bendplatz nicht ohne Not verkaufen.“ Sollten die Analysen ergeben, dass es dazu keine realisierbare Alternative gibt, könne man diesen Schritt immer noch vollziehen.

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