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Verkehrssituation am Toledoring: Grüne fordern mehr Platz und Licht für Radfahrer

Verkehrssituation am Toledoring : Grüne fordern mehr Platz und Licht für Radfahrer

Die Förderung des Radverkehrs spielt auch in Laurensberg eine große Rolle. Gleich drei Anträge beschäftigen sich derzeit mit dem Ausbau der Radinfrastruktur.

Frank Busse ist Auto- und Radfahrer. „Als Autofahrer ist mir aufgefallen, dass die Verbindung der Einfädelspur von Laurensberg auf den Toledoring bis zur Ausfahrt Melaten in der Länge ziemlich überflüssig ist. Und als Radfahrer ist mir aufgefallen, dass der parallele Radweg ziemlich eng ist“, erzählt er mit Blick auf die Verkehrssituation kurz vor der Unterführung des Toledorings zwischen Laurensberg und dem Campus Melaten.

Also hat er sich an die Grünen gewandt mit der Frage, ob man den Radweg nicht verbreitern könne, wenn man zeitgleich die rund 500 Meter lange Auf- und Abfahrt in Fahrtrichtung Klinikum, die quasi einer dritten Fahrspur gleichkommt, unterbricht und den so gewonnenen Platz dem Radweg zugute kommen lassen könnte.

Die haben die Idee aufgegriffen und als Antrag für die kommende Sitzung der Bezirksvertretung am 30. Juni, formuliert. Die Verwaltung möge prüfen, ob und inwiefern sich diese Idee umsetzen lässt. „Wir gehen davon aus, dass das möglich sein sollte“, sagt Bezirksvertreter Sebastian Klick. Vor Ort demonstriert er gemeinsam mit Fraktionssprecherin Karin Schmitt Promny, warum der Radweg, der von der Schurzelter Straße aus zum Toledoring hinunter und parallel zu diesem durch die Unterführung und dahinter wieder hinauf zum Campus Melaten führt, aus ihrer Sicht ausgebaut werden sollte.

„Der Radweg ist für beide Richtungen zugelassen, aber er ist an der engsten Stelle nur rund 1,50 Meter breit“, erläutert Schmitt-Promny. „Wenn sich zwei Räder begegnen kommen sie nur schwer aneinander vorbei. Und wenn ein Rad davon ein Lastenrad ist geht es eigentlich gar nicht.“ Hinzu komme, dass die Beleuchtung im Tunnel auf den Autoverkehr ausgelegt ist, auch die müsse man für den Radverkehr verbessern.

Aus den genannten Gründen sei der Radweg derzeit bei Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrern, die aus beiden Richtungen auf den Rampen eine gewisses Tempo erreichten und dann in den dunklen, engen Tunnel hineinfahren, nicht sehr beliebt. „Meine Frau arbeitet am Klinikum“, sagt Initiator Frank Busse, „diesen Radweg benutzt sie aber nie.“ Wohl nicht nur für sie sei die finstere Unterführung ein Angstraum.

Da stellt sich – wie immer in solchen Situationen – die Frage, ob sich aufgrund der wenigen Radfahrer ein Eingriff in den Autoverkehr auf dem viel befahrenen Toledoring überhaupt lohnt, oder ob es erst dann mehr Verkehr auf dem Radweg gibt, wenn er vernünftig ausgebaut ist? „Der Campus West und der Campus Melaten werden wachsen, sagt Karin Schmitt Promny. „Das bedeutet, dass es auch mehr Radverkehr in diesem Bereich geben wird“, ist sie überzeugt.

Zumal in den beiden Hochschulerweiterungsgebieten auch eine fahrradaffine Klientel zu finden sei. Außerdem können sich die Grünen vorstellen, dass der geplante Radschnellweg über diesen Weg führen könnte, wenn er denn erst einmal ausgebaut sei. „Bislang soll die Trasse über den Sörenweg geführt werden, der ist aber ziemlich steil“, sagt Sebastian Klick. Ein ausgebauter Radweg von der Schurzelter Straße nach Melaten könnte hier eine Alternative sein.