Grüne fordern mehr Fahrradstellplätze am Hauptbahnhof Aachen

Fahrradparkhaus am Hauptbahnhof : Unterirdisch wäre Platz für 1000 Fahrräder

„Wenn wir das Radfahren fördern wollen, müssen wir auch sichere Abstellplätze schaffen“, sagt Kaj Neumann, Mobilitätspolitiker der Grünen. Für den Hauptbahnhof, wo seit Jahren die größte Versorgungslücke beklagt wird, bringt er nun gemeinsam mit Planungspolitiker Michael Rau eine neue Idee ins Gespräch: ein Fahrradparkhaus unter dem Parkplatz der Bundespolizei.

Platz wäre dort für rund 1000 Fahrräder und E-Bikes, glauben die Grünen, die per Ratsantrag eine Realisierung prüfen lassen wollen. Wie dringend ein solcher Bau nötig ist, entnimmt Neumann unter anderem den Vergleichszahlen aus Münster: 3300 gesicherte Abstellplätze gebe es dort am Hauptbahnhof, hinzu kommen rund 4700 freie Plätze im näheren Umfeld. Aber auch viele andere Großstädte, insbesondere Hochschulstädte, hätten schon vor Jahren geräumige Fahrradparkhäuser an ihren Hauptbahnhöfen geschaffen.

In Aachen hat die Radstation der Wabe zurzeit gerade mal 250 bewachte Plätze im Angebot. Eine Erweiterung auf 400 Plätze ist in dem seit Jahren angekündigten Bauprojekt „Blue Gate“ eines privaten Investors vorgesehen. Wann das fertiggestellt wird, weiß derzeit allerdings niemand. „Von den Zahlen her reicht das aber bei weitem nicht aus“, sagt Neumann. Auch die weiteren 80 geplanten Stellplätze im Parkhaus des Verwaltungsgebäudes Lagerhausstraße entsprechen eher dem sprichwörtlichen Tropfen auf dem heißen Stein.

Wer sein Rad am Aachener Hauptbahnhof abstellen will, muss sich in aller Regel mit einem Bügel unter freiem Himmel begnügen – wenn denn einer frei ist. Angesichts der immer teureren Räder, die sich viele Menschen anschaffen, sei das völlig ungenügend.

„Wir bleiben weit hinter dem zurück, was Aachen braucht“, ist Neumann überzeugt, der auch auf die Forderung des Radentscheids Aachen verweist. Demnach werden im Umfeld der Pendlerbahnhöfe jeweils rund 2500 bewachte Stellplätze gefordert. Eine Tiefgarage am Hauptbahnhof wäre dafür ein guter Anfang.

Von der Topografie her wäre das leicht abschüssige Grundstück hinter dem Gebäude der Bundespolizei ideal, meinen die Grünen. Von der Lagerhausstraße sei es ebenerdig anfahrbar, der Ausgang an der Zollamtstraße würde unmittelbar in den Hauptbahnhof führen, auch ein barrierefreier Zugang könne dort geschaffen werden. Der große Vorteil: Die Parkplätze für die Bundespolizei und auch die Kurzzeitparkplätze für Bahnfahrer blieben komplett erhalten.

Ob das machbar ist, soll nun die Verwaltung prüfen. Sollte der Antrag eine Mehrheit finden, müsste die Stadt zunächst mit dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes als Grundstückseigentümer eine Übereinkunft erzielen. Zu klären wäre auch, ob es Fördermittel für den Bau eines unterirdischen Fahrradparkhauses gibt.