Aachen: Grüne: Büchelquartier soll den Fußgängern gehören

Aachen : Grüne: Büchelquartier soll den Fußgängern gehören

Sollte die Schließung des Parkhauses Büchel bald Realität werden, stellt sich auch die Frage, ob der Verkehr im Viertel in Zukunft neu geregelt werden kann. Auch wenn das Parkhaus frühestens 2021 abgerissen werden soll, haben die Aachener Grünen bereits damit begonnen, konkrete Pläne zur Umgestaltung zu schmieden.

In einem Ratsantrag fordert die Fraktion, die Altstadt um den Büchel zur lückenlosen Fußgängerzone zu machen. Neu ist dieser Vorschlag nicht: Bereits im Innenstadtkonzept von 2002 war nicht nur die Schließung des Parkhauses, sondern auch die Verknüpfung der Abschnitte für Fußgänger vorgesehen.

„Mit der Schließung ist es nicht getan“, betont Wilfried Fischer, mobilitätspolitischer Sprecher der Aachener Grünen. Um das Nikolausviertel aufzuwerten, müsse auch die Qualität der Geschäftslage angehoben und das Quartier für Innenstadtbesucher attraktiver gemacht werden

Wenn das Parkhaus einmal dicht ist, soll es ausschließlich Lieferanten und Anliegern noch erlaubt sein, die Innenstadt motorisiert zu befahren. Alle anderen sollen — so die Forderung der Fraktion — rund um den Büchel nur noch zu Fuß unterwegs sein. Lücken im Fußgängerzonennetz zwischen Peterstraße, Seilgraben und Münsterplatz sollen geschlossen werden. Konkret fordern die Grünen, die untere Ursulinerstraße entlang des Elisenbrunnens, die Buchkremer-straße, beide Zweige des Büchels, die Mefferdatis-, Antonius-, Minoriten- und Kleinkölnstraße für den Autoverkehr zu schließen. Denkbar sei auch, den Teil der Kombadhausbad-straße einzubeziehen, der hinter dem Alten Kurhaus verläuft, sagt Fischer.

Entstehen soll so ein zusammenhängendes Netz aus Fußgängerstraßen, das an so wenigen Stellen wie möglich von Straßen, die auch Autofahrer benutzen, zerschnitten wird. In einigen Straßen soll der Fußgängerverkehr durch die Neugestaltung überhaupt erst in Fluss kommen. In der Mefferdatisstraße beispielsweise herrsche wegen des Leerstands zurzeit noch „tote Hose“, sagt Fischer. Auch der Übergang zwischen Adalbertstraße und Büchelquartier soll für Flaneure attraktiver werden. Vom gut besuchten Aquis Plaza aus könne man Innenstadtbesucher so bis hinüber in die Altstadt locken, erklärt Relindis Becker von den Grünen.

Wer mit dem Fahrrad in die Stadt will, soll auch weiterhin bis vor das Geschäft oder Café rollen können. Die geplante Fußgängerzone soll aber auch von Radfahrern regulär nicht mehr als Durchgangsroute genutzt werden. Stattdessen sollen Radler den Grabenring nutzen, der von Politik und Verwaltung ohnehin als künftiger Verteilerring für den Radverkehr vorgesehen ist. Ziele sollen entsprechend neu ausgeschildert werden.

Voraussetzung dafür, dass das Altstadtviertel zum grenzenlosen Flanierparadies wird, bleibt aber, dass das Parkhaus am Büchel geschlossen wird. „Bis dahin ist es aber gut, schon einmal einen Plan in der Schublade zu haben“, sagt Fischer. Abgesehen davon, dass eine Umstrukturierung „aus einem Guss“ nur mit einem von langer Hand geplanten Konzept gelingen könne, will die Fraktion mit dem Ratsantrag auch versuchen, die vor 16 Jahren beschlossene Schließung voranzutreiben. „Wir müssen da jetzt mal Druck machen“, sagt Fischer. Wenn die Schließung in näherer Zukunft nicht kommt, soll über einen Plan B nachgedacht werden. Denkbar sei, den Verkehr auf anderem Wege von der Peterstraße aus zum Parkhaus fließen zu lassen.

Der Antrag wird bei der Ratssitzung am 18. April vorgestellt und voraussichtlich nach den Sommerferien im Mobilitätsausschuss besprochen.

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