Aachen: Großrazzia: Polizei schnappt Betrügerbande

Aachen: Großrazzia: Polizei schnappt Betrügerbande

Die Ermittler schlugen im Morgengrauen zu und hatten offensichtlich den Überraschungseffekt auf ihrer Seite: Mit einer Großrazzia ist der Polizei am frühen Dienstagmorgen in Nordrhein-Westfalen ein Schlag gegen die organisierte Kriminalität gelungen.

Schwerpunkt der Aktion gegen eine mutmaßliche Bande, die in großem Stil Kreditkartenbetrug betrieben haben soll, war Aachen: Zehn Wohnungen und Büros — darunter Objekte in der Robert-Koch-Straße im Ostviertel und in der Sophienstraße im Frankenberger Viertel — wurden hier um sechs Uhr morgens gleichzeitig gestürmt. Alleine in Aachen wurden dabei fünf Personen verhaftet, unter ihnen auch der mutmaßliche Haupttäter.

Einsatzschwerpunkt: Zehn Objekte wurden in Aachen durchsucht — wie hier in der Robert-Koch-Straße. Foto: Ralf Roeger

In ganz NRW waren bei der Aktion, die unter Federführung der Aachener Staatsanwaltschaft stand, 200 Ermittler im Einsatz. Acht weitere Objekte in Eschweiler, Essen, Köln, Siegburg, Solingen, Tönisvorst, Bad Vilbel und Frankfurt/Main wurden durchsucht. Neben den fünf Verhafteten in Aachen wurde auch in Siegburg eine Person festgenommen.

Mutmaßlicher Kopf der Bande soll ein 38 Jahre alter Mann sein, wie die Bundespolizei mitteilte. Ihn verhafteten die Ermittler in der Sophienstraße im Frankenberger Viertel. Der Mann soll den Betrug vor allem gemeinsam mit Familienangehörigen und engen Freunden begangen haben. Die übrigen Beteiligten sind zwischen 27 und 42 Jahre alt. Die Verdächtigen sollen sich illegal Kreditkartendaten beschafft und mit ihnen im Internet eingekauft haben. Bei der Razzia stellten die Fahnder unter anderem drei Lkw-Ladungen hochwertige Kleidung — verpackt in 150 Umzugskartons —, 24 Smartphones, zehn Laptops und 99 originalverpackte Prepaid-Karten sicher. Außerdem sollen die Verdächtigen mit Kreditkarten 1000 Bahn-Karten gekauft haben — wozu, ist noch unklar.

Die Verdächtigen seien international organisiert gewesen, teilte die Bundespolizei mit. An die Daten seien sie etwa über Manipulation an Tankstellen und Restaurants gelangt. Zuträger sollen sich auch in Irland befunden haben.

Insgesamt werden zehn Personen verdächtigt, der Bande anzugehören. Den sechs Verhafteten werden banden- und gewerbsmäßiger Betrug, Computerbetrug und Urkundenfälschung vorgeworfen. Sie wurden am Dienstag dem Haftrichter vorgeführt.

(cg/os)
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