Großkölnstraße: Ehemaliges Pfeiffer-Haus verkauft

Von: Robert Esser
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Endlich verkauft: die ehemalige Pfeiffer-Immobilie in der Großkölnstraße. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Der neue Eigentümer hüllt sich in Schweigen. Aber der Düsseldorfer Moderiese Peek & Cloppenburg (P&C), bis vor kurzem Besitzer des ehemaligen Pfeiffer-Hauses in der Großkölnstraße, hat am Dienstag AZ-Informationen zur Veräußerung des rund 1200 Quadratmeter großen Grundstücks bestätigt, auf dem die Schrottimmobilie seit Jahren vergammelt.

Mitten im Herzen der Aachener Altstadt endet somit ein langwieriges Tauziehen. Seit 1999 steht die Immobilie leer und verschandelt in der ehemals attraktiven Einkaufstraße das Stadtbild. Und belastet auch den Einzelhandel im Umfeld. Zeitweise standen in unmittelbarer Nachbarschaft reihenweise Geschäftslokale leer. Das soll sich ändern.

Der Geschäftsführer der Nordhorner Projektentwicklungsgesellschaft List Develop Commercial GmbH & Co. KG wollte zu dem Ankauf am Dienstag keine Stellungnahme abgeben. Die List-Gruppe geht auf einen Maurerbetrieb zurück und hat nach eigenen Angaben in über 100 Jahren Geschäftstätigkeit „mehr als 3000 Projekte erstellt“. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf Handelsimmobilien.

Dem Vernehmen nach ist für den geplanten Neubau an der Großköln-straße ein Nutzungsmix vorgesehen. So könnte – rund 20 Jahre nachdem die letzten Blusen und Röcke im Pfeiffer-Haus über die Theke gingen – wieder Einzelhandel ins neue Erdgeschoss einziehen. Favorisiert wird aber offenbar ein Lebensmittel-Discounter. Die List-Gruppe hat in anderen Städten bereits diverse Rewe-Märkte realisiert. In den oberen Etagen sind ein Boardinghouse und Wohnungen denkbar. In jedem Fall sollen die aktuellen Pläne diesmal nicht an bauordnungsrechtlichen Vorgaben der Stadt scheitern.

Deshalb war der geplante Hotelneubau des renommierten Hamburger Investors Ludger Inholte Projektentwicklung (LIP) erst im vergangenen März gekippt worden. LIP bestand damals auf einem zusätzlichen Staffelgeschoss für den massiven Hotelneubau; letztlich ging es wohl um einen Höhenunterschied von knapp zwei Metern – so dass die Vision des Hotelbaus von 148 auf 135 Zimmer abgespeckt werden sollte. Was den potenziellen Investoren angesichts des von P&C aufgerufenen Verkaufspreises zu wenig rentabel erschien.

Jetzt ist augenscheinlich alles anders. Die List-Gruppe wurde bereits in den politischen Fraktionen des Stadtrats vorstellig, präsentierte dort die Projektidee des Nutzungsmixes – was überwiegend auf große Zustimmung stieß. Denn auch den Kommunalpolitikern – sowie allen voran Oberbürgermeister Marcel Philipp, der das Projekt quasi zur Chefsache erklärt hatte – ist die Bedeutung der Einkaufsachse Großkölnstraße sehr bewusst.

Erst mit dem Verschwinden des Schandflecks Ex-Pfeiffer-Haus kann die Aufwertung der Einkaufsstraße spürbar Fahrt aufnehmen. P&C konzentriert sich nun eigenen Angaben zufolge auf den geplanten Neubau des sogenannten „P&C Weltstadthauses“ in der Adalbertstraße, in der seit über fünf Jahren verwaisten Wehmeyer-Immobilie. Dort sollen auf mehreren Etagen und inklusive der unmittelbaren Nachbarbebauung rund 10.000 Quadratmeter Verkaufsfläche entstehen.

Ursprünglich war der Baubeginn für dieses Jahr vorgesehen. Jetzt ist ein gleichzeitiger Baubeginn von List und P&C in der Großköln- und auf der anderen Seite der Stadt in der Adalbertstraße denkbar. Beide wollen „zu gegebener Zeit“, wie aus den Firmenzentralen durchdringt, ihr Schweigen brechen.

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