Aachen: Großfeuer auf Campus: Viele offene Fragen

Aachen: Großfeuer auf Campus: Viele offene Fragen

Technischer Defekt, Nachlässigkeit oder Brandstiftung? Nach dem verheerenden Großfeuer in einer Halle des Werkzeugmaschinenlabors der RWTH auf dem Campus Melaten sind noch viele Fragen offen.

Auf mindestens 50 Millionen Euro beläuft sich der Schaden nach ersten Schätzungen. Bei den Löscharbeiten waren 160 Feuerwehrleute im Einsatz. Zwei erlitten leichte Schnittverletzungen. Das rund 6000 Quadratmeter große WZL-Gebäude aus den 70er Jahren stand inmitten des Campus-Neubaugebiets und ist umringt von weiteren wertvollen Forschungseinrichtungen.

Bei dem Großbrand waren 160 Feuerwehrleute im Einsatz. Foto: Ralf Roeger Foto: Ralf Roeger

Um 22.44 Uhr war die Brandmeldung am Donnerstagabend in der Feuwehrleitstelle eingegangen. Als die Einsatzkräfte Minuten später vor Ort eintrafen, standen offenbar bereits Dachbereiche in Flammen. Erst drangen die Brandbekämpfer noch in die Halle vor, konnten den Einsatz dann aber nur von außen fortsetzen, da im Innern des Gebäudes Temperaturen von bis zu 800 Grad Celsius herrschten.

Das Flachdach stürzte ein, begrub unter sich Forschungslabore, Werkzeugmaschinen, Versuchsstände und einen Großteil der Serverinfrastruktur. Stahlträger schmolzen, Außenwände bogen sich und neigten sich Richtung Brandherd.

Erst gegen 6 Uhr hatte die Feuerwehr einen der größten Brände der Aachener Nachkriegsgeschichte unter Kontrolle — aus Aachen-Eilendorf war in der Nacht sogar noch eine vierte Drehleiter angefordert worden.

Der Direktor des WZL, Professor Günther Schuh, und RWTH-Rektor Professor Ernst Schmachtenberg dankten der Feuerwehr in einer Pressekonferenz am Freitagnachmittag für ihre großartige Arbeit. „Es ist grandios, dass es der Feuerwehr gelungen ist, ein Übergreifen der Flammen auf die direkte Nachbarschaft zu verhindern“, sagte Schuh. Man setze nun alles daran, die Einschränkungen der wissenschaftlichen Arbeit in einem Flaggschiff der Produktionstechnik in Deutschland so gering wie möglich zu halten.

Mehr von Aachener Zeitung