Großer Widerstand gegen Standort für neue Kita in Haaren

Kita-Neubau in Haaren : Mehr als 200 Eingaben gegen den Standort an der Welschen Mühle

Mit diesem Gegenwind werden die elf Bezirksvertreter in Haaren kaum gerechnet haben: Mehr als 200 Bewohner des Stadtbezirks haben inzwischen ihrem Ärger Luft gemacht und sich gegen den von den örtlichen Politikern ausgeguckten Bauplatz für eine neue Kita in unmittelbarer Nachbarschaft der Welschen Mühle ausgesprochen.

Seit vergangenem Dezember rumort es heftig im Bezirk, denn nicht wenige Bewohner fürchten, dass ihnen einer der ohnehin raren schönen Treffpunkte und Naherholungsgebiete in Haaren nun auch noch genommen werden soll. So sehen es auch Rita Dautzenberg und Marion Liesens, die maßgeblich den Widerstand gegen die Bau-Pläne auf einer alten Streuobstwiese initiiert und die im Umfeld wohnenden Menschen über das Vorhaben der Stadt informiert haben. Mehr als 1000 Flugblätter haben sie verteilt und um Rückendeckung in ihrem Kampf gegen die Standortwahl gebeten. Und die scheinen sie reichlich zu erhalten.

Darauf reagiert nun auch das Bürgerforum, das sich bereits in der nächsten Sitzung am 22. Januar mit dem Thema befassen wird. Noch ist die Verwaltung mit den Vorbereitungen beschäftigt, doch klar ist bereits, dass das Bürgerforum seinen üblichen Versammlungssaal im Rathaus diesmal verlassen und den Haarenern weit entgegenkommen wird: Ab 18 Uhr werden sich Politiker und Vertreter der Bürgerinitiative in der Aula der Grundschule Am Haarbach, Haarbachtalstraße 10, versammeln – kaum mehr als 200 Meter von der Wiese entfernt, um die so heftig gerungen wird.

Ob und wie das Bürgerforum die Wogen glätten kann, ist noch nicht abzusehen. Inzwischen zeichnet sich aber auch ab, dass die anfangs so einhellig gefeierte Entscheidung in der Bezirksvertretung zunehmend auch auf Zweifel in Politik und Verwaltung stößt. Denn nicht nur Dautzenberg und Liesens fürchten, dass mit dem Bau einer sechsgruppigen Kita an der Mühlenstraße ein historisches Ensemble und eine gewachsene Grünanlage unwiederbringlich zerstört werden könnte. Auch Stadtplaner sollen Bedenken gegen diesen Eingriff haben, der noch dazu sehr viel Verkehr in das Wohngebiet bringen könnte.

Die Bebauungsgegner betonen, nichts gegen Kinderlärm zu haben. Sie wollen eine Grünfläche retten, die laut Bebauungsplan eigentlich gar nicht mehr bebaut werden sollte. Der Stadt werfen sie vor, Alternativstandorte nicht ernsthaft genug geprüft zu haben. Der Preis dafür ist hoch, denn bis die dringend benötigte neue Kita gebaut werden kann, dürften angesichts des sich formierenden Widerstands nun noch Jahre vergehen.