Aachen: Großeinsätze statt Sonnenbad in der Aachener Innenstadt

Aachen: Großeinsätze statt Sonnenbad in der Aachener Innenstadt

Von Entspannung in der Frühlingssonne konnte am Mittwochmittag im Herzen der Altstadt keine Rede sein — im Gegenteil. Polizei und Feuerwehr mussten sämtliche Zugänge zum Hof rund zwei Stunden lang sperren.

Bei einer Routineprüfung einer Gasleitung am Haus Nummer 14-16 hatten Stawag-Techniker festgestellt, dass aus einer defekten Leitung Gas ausströmte.

Wegen Gasgeruchs wurde der Bereich am Hof in der Aachener Innenstadt großräumig abgesperrt. Foto: Ralf Roeger

Um 12.17 Uhr ging der Alarm in der Leitstelle ein, die Feuerwehr rückte vorsorglich mit zwei Löschzügen und einem Notarztwagen an. Rings um den Hof sperrte die Polizei das gefährdete Areal per Flatterband ab. Etwa 50 Kindern und ihren Betreuerinnen aus der unmittelbar benachbarten Kita von St. Foillan fiel es vergleichsweise leicht, der Aufforderung zum sofortigen Verlassen des Gebäudes nachzukommen.

Kontrollen an der A 44: Dort stoppte die Polizei zahlreiche Fußballfans aus Leverkusen auf dem Weg Richtung Paris. Foto: Ralf Roeger

Sie unternahmen kurzerhand einen längeren gemeinsamen Ausflug in den nahe gelegenen Elisengarten. Auch die Geschäftsleute und Bewohner der benachbarten Häuser, darunter ein Friseursalon und ein Architekturbüro, mussten evakuiert werden. Die Aseag stellte zwei Busse zur vorläufigen Unterbringung am Elisenbrunnen bereit. Gegen 14.10 Uhr konnte Entwarnung gegeben werden. Die Reparaturarbeiten dauerten bis in den späteren Nachmittag an. Ein Zusammenhang mit den aktuellen, besonders aufwendigen Kanalarbeiten im Schatten des Säulengeländes bestand übrigens nicht, erklärte Stawag-Sprecherin Corinna Bürgerhausen.

Ein defekter Gas-Anschluss hatte Feuerwehr und Stawag zudem bereits am Vormittag auf den Plan gerufen. Gegen 10.15 Uhr war der Schaden bei Vorbereitungen für die Erneuerung der Anschlüsse an einem Haus in der Friedrichstraße entdeckt worden, berichtete Corinna Bürgerhausen. Die Friedrichstraße wurde zwischen der Kreuzung Augustastraße und dem Steffensplatz rund eine Stunde lang komplett gesperrt, die Augus-tastraße blieb zwischen Brabant- und Friedrichstraße für Passanten und Verkehr tabu. Die Bewohner des Mehrfamilienhauses mussten ihre Wohnungen vorübergehend verlassen. Gegen 11.15 Uhr war die Gefahr beseitigt. Die Leitung soll heute wie geplant ausgetauscht werden.

Fahndung mit zwei Helikoptern

Fast zur selben Zeit blies die Polizei zum Großeinsatz. Um kurz vor 11.30 Uhr war an einer Ampel auf der Krefelder Straße im Bereich der Autobahnauffahrten ein VW Golf mit großer Wucht auf einen anderen Wagen geprallt. Die beiden Insassen des VW nahmen umgehend die Beine in die Hand und flüchteten — wobei einer von ihnen laut Zeugen stark am Kopf blutete. Er hatte noch ein Handtuch aus dem Kofferraum geholt und sich das Blut abgewischt. Das Handtuch wurde später an einer nahe gelegenen Tankstelle gefunden. Die Flucht — zunächst Richtung Strangenhäuschen, dann Richtung Haaren — hatte einen Grund: Der VW war vor zwei Tagen in Bonn gestohlen worden.

Zwei Hubschrauber kreisten über dem Gebiet, etliche Streifenwagen suchten nach den beiden Männern. Doch zunächst ohne Erfolg. Zwischenzeitlich erging gar die Warnung an die Bewohner von Haaren und Würselen, die Türen geschlossen zu halten und Fremden keinesfalls zu öffnen. Der Fahrer des anderen Wagens, der an der Ampel stand, wurde schwer verletzt.

Bereits am Mittwochmorgen hatte sich eine Armada von Fahrzeugen der Bundespolizei auf Parkplätzen an der A44 und der A4 postiert. Grund: das Champions-League-Spiel am Mittwochabend zwischen Paris St. Germain und Bayer Leverkusen. Die Polizei kontrollierte 800 Fans. Und wurde fündig. Elf offenkundig gewaltbereite Personen wurden aus dem Verkehr gezogen. Sie hatten Pyrotechnik, Sturmhauben, Mundschutz und Pferrspray bei sich. Ein „Fan“ wurde per Haftbefehl gesucht

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