Tuchwerk Soers : „Grooves Of Life“: Musik- und Stepp-Tanzshow

Tuchwerk Soers : „Grooves Of Life“: Musik- und Stepp-Tanzshow

Die Chemie zwischen der Aachener Musikschule Mufab und Claudia Schmitte´s Stepptanzschule Tanzraum stimmt. Das spürte man auf der Bühne bei den über 100 Akteuren beider Schulen aus dem Aachener Norden deutlich. Bei der einzigartigen Kooperation entstand vor zwei Jahren die Show „Grooves Of Life“, eine „Stepptanz, live Musik und Videoclip-Dancing Performance”, die am Wochenende zum zweiten Mal im Tuchwerk in der Soers präsentiert wurde. Diesmal größer, länger und noch aufwändiger als zuvor.

Ein Kiosk und ein Baugerüst verwandelten die Bühne in eine Straße, denn es geht bei „Grooves Of Life“ um Rhythmen des Lebens und Klänge die man überall findet. Horst Schippers` sanftes und grooviges Handpan-Intro nahm den Zuschauer behutsam mit in die Show und war verträumt und emotional berührend zugleich.

Technisch virtuos und tänzerisch ausdrucksstark faszinierte Tijen Yay das Publikum mit ihrem Steppsolo. Sie ist die jüngste Tanzraum-Mitarbeiterin und gleichzeitig Stepptanz-, Videoclip-Dancing- und Zumba- Trainerin. Die Marching Band unter Leitung von Boris Bansbach brachte mit „You and me“ und „Shakey Ground“ zwei packende Ohrwürmer und eine mobile Rhythmussektion auf einem Fahrrad.

Zwei echte Kooperationen gab es mit „Crazy Army“, wo Stepptänzerinnen und Schlagzeuger Drum Rudimentals von Steve Gadd in einer lebhaften Hafenszenerie umsetzten. Der abschließend nordische Einwurf „Tut das Not, dass das so`n Krach macht?“ musste natürlich mit „Ja“ beantwortet werden.

Beim „Stool Of Rock“-Cover nahmen Tänzer und Trommler gleichermaßen Schlagzeugstöcke und Felle in die Hand, um auf 16 Barhockern einen geballten Rhythmus für Auge und Ohr zum Besten zu geben. „Das war eine große Herausforderung für uns Tänzer“, erzählte Tanzlehrerin Claudia Schmitte, die zusammen mit Horst Schippers und Thomas Berndt das abwechslungsreiche Programm auf die Beine stellte.

Neben den kraftvollen Klängen der japanischen Taiko-Trommeln, sorgten diesmal auch afrikanische Trommeln für den stilvollen Grove. Eine joggende Vocalgroup mit „Don`t stop me“ von Queen und solistische Darbietungen von Moses Cristoph, Bernd Geropp, Finn Grah und Maxime Mion rundeten das Programm ab. Außerdem ließen fließende Übergänge keine Langweile entstehen, und daran ist maßgeblich auch das bunte Treiben am kleinen Kiosk von „Gertrud“, gespielt von Anush Manukian, mit ihren komödiantischen Zwischeneinlagen beteiligt.

Dynamische Formationen und schnelle Füße zeigten Schurken und irische Politessen beim irischen Stepptanz. Auch die „T Jaeys“ gaben mit ihren Videoclip-Tanznummern unter Leitung von Tijen Yay eine sexy-dynamische und immer präzise Figur ab. Zu Gast waren die „Zumba-Tänzerinnen“, die mit ihrer geballten Power mächtig einheizten. Die Show nahm von Stück zu Stück mehr Fahrt auf und mündete in einer glamourösen Swing-Stepptanznummer des Klassikers „Sing Sing Sing“, getanzt von 17 fortgeschrittenen Stepptänzern und Stepptänzerinnen.

So wie einst Benny Goodman mit seinem Orchester das Publikum von den Sitzen holte, so gelang dies auch jetzt mit ständig wechselnden Formationen und solistischen Einlagen. Spätestens im Finale auf „Billy Jean“ riss es die Zuschauer von den Sitzen im viermal ausverkauften Saal.