Aachen: Granusturm: Löcher im Bleidach eröffnen Perspektiven

Aachen: Granusturm: Löcher im Bleidach eröffnen Perspektiven

Der Granusturm am Rathaus ist undicht. Im Bleidach bieten Löcher dem Regen ein Entree für sein wenig segensreiches Werk. Doch dem wird jetzt ein fachmännischer Riegel vorgeschoben. Auch wenn dies in luftiger Höhe passieren wird, sind die Vorbereitungen bereits jetzt ebenerdig zu beobachten.

Im Moment bauen die Gerüstbauer ein aufwändiges Rohrskelett um das karolingische Bauwerk der früheren Kaiserpfalz, das zu weiten Teilen noch im mittelalterlichen Zustand erhalten ist. Dass diese Arbeiten jetzt - mitten zur Weihnachtsmarktzeit - begonnen haben, ist nach Auskunft des städtischen Presseamtes zugegebenermaßen „unglücklich”, aber sachlich begründet und nicht zu ändern.

Die Mittel zur Sanierung des Turmdaches stammen aus dem Konjunkturpaket I und wurden erst im Sommer zugeteilt. „Von daher konnten erst Mitte September die Planungen aufgenommen werden”, skizziert Axel Costard vom Pressebüro die etwas ungewöhnliche Zeitabfolge. Abschließend konnte erst die notwendige Ausschreibung erfolgen. Damit die Konjunkturmittel aber nicht verfielen, musste noch im laufenden Jahr mit den Arbeiten begonnen werden. Bis Ende des Jahres wird das Gerüst an das Dach reichen, dann können die dringend notwendigen Reparaturarbeiten beginnen. Immerhin geht es um Zuweisungen in Höhe von 500.000 Euro.

Mit der Sanierungsmaßnahme können zudem zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden, denn zugleich kann die Pfalzenforschung vorangetrieben werden. Längst sind nicht alle Geheimnisse um den Granusturm und dessen Nutzung gelüftet. Wenn das Gerüst einmal steht steht, kann es auch zur Erforschung der Mauersubstanz genutzt werden. Man hofft, der Auswahl und Beschaffenheit der Steine und ihrer Verbauung auf die Spur zu kommen.

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