Aachen: Grabenring wird zur Schutzzone für den Dom

Aachen : Grabenring wird zur Schutzzone für den Dom

Der innere Grabenring wird zu einer Schutzzone für das Unesco-Weltkulturerbe „Aachener Dom” erklärt, die Bezirke Eilendorf, Haaren und Laurensberg sind von einem Silhouetten- und Umgebungsschutz betroffen.

Dies wird in einer „Satzung für die Erhaltung des Denkmalbereiches Innenstadt” festgehalten, dessen Offenlage der Planungsausschuss in seiner Sitzung am Donnerstag einstimmig bei einer Enthaltung beschlossen hat.

Mit der Satzung wird unter anderem die Sicht - soweit diese heute möglich ist - auf das Ensemble von Dom und Rathaus gesichert. Künftige Bauprojekte müssen die Blickbezüge berücksichtigen und nachweisen, dass sie nicht behindert werden. Die Stawag und die Stadtverwaltung werden gemeinsam eine Fernwärmeoffensive starten. Dies beschloss der Planungsausschuss am Donnerstag einstimmig. Damit soll die sogenannte „Hintergrundbelastung” der Luft reduziert werden, die durch Verbrennungsvorgänge in privaten Haushalten, dem „Hausbrand”, entsteht und für die Überschreitung der EU-Grenzwerte mitverantwortlich ist.

Die Maßnahme steht in engem Zusammenhang mit dem Luftreinhalteplan der Bezirksregierung Köln, der am 1. Januar 2009 in Kraft getreten ist. Die Stadt Aachen hat - anders als viele andere Städte in Deutschland - keine Umweltzone eingerichtet, in die nur noch Autos mit bestimmten Plaketten fahren dürfen, sondern setzt auf ein Paket von 33 Projekten. Mehr Informationen dazu gibt es auf der neuen Internetseite www.mitmachen-durchatmen.de.

Das Asche-Spielfeld am Sportplatz Monschauer Straße erhält in diesem Jahr einen Kunstrasen. Außerdem wird die Beleuchtungsanlage erneuert. Dies beschloss der Planungsausschuss am Donnerstag einstimmig. Ebenfalls einstimmig wurde die Satzung zur Festsetzung des Frankenburger Viertels als Sanierungsgebiet verabschiedet.

Nach ausführlichen Diskussionen fasste der Planungsausschuss die ersten Entscheidungen zum geplanten Hochschulerweiterungsgebiet Campus Westbahnhof. Auf einem Teil der Bahnflächen, größtenteils stillgelegte Gleisanlagen, sollen ähnlich wie beim Campus Melaten Gebäude entstehen, in denen Universitätsinstitute in Kooperation mit Industrieunternehmen Forschung betreiben. Der Weg für eine Änderung des Flächennutzungsplanes wurde jetzt durch den Aufstellungsbeschluss geebnet.

Beim Sportpark Soers wurde eine kleine Lücke beim Stellplatznachweis für das neue Stadion geschlossen: 557 Parkplätze am Finanzamt und an der Albert-Vahle-Halle wurden durch eine Eintragung im Baulastenverzeichnis dem Betreiber des neuen Stadions rechtlich zugesichert - allerdings nur für die nächsten zehn Jahre. Als Ersatzfläche stand bislang eine Fläche der Stawag am Schwarzen Weg bereit.

Aufgrund neuer Planungen musste der Energieversorger diese Zusage jedoch widerrufen. Der Planungsausschuss hat jetzt grünes Licht gegeben für eine Änderung des Bebauungsplanes 888 an der Krefelder Straße. In zehn Jahren könnte dann auch das Dach des neuen Parkhauses am Tivoli, auf dem Kunstrasen-Trainingsplätze angelegt werden sollen, zum Abstellen von bis zu 600 Fahrzeugen genutzt werden.

Zum Bebauungsplan Nr. 910 an der Eupener Straße/Heidweg informierte die Verwaltung den Planungsausschuss über das Ergebnis der Bürgerinformation und der Behördenbeteiligung. In dem Gebiet sollen Mindestgrundstücksgrößen und eine maximale Anzahl von Wohnungen festgelegt werden, ein entsprechender Offenlagebeschluss fiel einstimmig bei einer Enthaltung.

Auch beim Bebauungsplan Nr. 893 - Eupener Straße, Diepenbenden, Am Chorusberg - hat der Planungsausschuss eine weitere Verdichtung der Bebauung verhindert: Bei acht Gegenstimmen und zwei Enthaltungen wurde mehrheitlich beschlossen, dass auf den Grundstücken Diepenbenden Nr. 18, 32, und 36 keine zusätzlichen Baufenster für die Errichtung je eines Einfamilienhauses festgesetzt werden sollen. Die Verwaltung wurde beauftragt, den Bebauungsplan entsprechend zu überarbeiten und dem Ausschuss nochmals zur Beratung vorzulegen.

Schließlich einigte man sich im Planungsausschuss nach längerer Diskussion um die Gestaltung des Reiterdenkmals am Kaiserplatz auf eine „historische Variante”: Friedrich III. wird im Zuge des Baus der Kaiserplatzgalerie um einige Meter verlegt und erhält ein Sitzstufe an seinem Sockel - so, wie es vor längerer Zeit schon einmal der Fall war. Der Beschluss fiel einstimmig bei zwei Enthaltungen.

Verschoben wurden die Beratungen über die Hochhausstudie zum RWTH Campus Melaten, die die Verwaltung überarbeiten lässt, und zu den Änderungen zum Bebauungsplan Nr. 894 S Lütticher Straße/Hasselholzer Weg (Teil Süd).