Glossiert: Was man außer Bier im Stadion noch verbieten sollte

Glossiert: Was man außer Bier im Stadion noch verbieten sollte

Na endlich greift mal jemand durch. Alkoholverbot im Fußballstadion, das wurde aber auch Zeit. Längst haben die obersten Fußballverbände das schon Schwarz auf Weiß in ihre Statuten gemeißelt, nur hat‘s kaum einen interessiert. Wie gut, dass die Krefelder Christdemokraten im Doppelpass mit dem Ordnungsamt nun zuschlagen — wenn auch nur, im Wortsinn, halbherzig.

Das Bier im Stadion darf nur noch halb so viel Alkohol haben. Immerhin. Es wird ja wohl kaum jemand doppelt so viel trinken. Was das kostet, und wie oft man dann zum Klo muss und vielleicht das Tor verpasst. Sicherheit für alle Zuschauer, das ist das Ziel. Mit halber Prozentzahl prügeln sich die Fans vielleicht nur noch halb so oft. Oder es fallen nur noch halb so viele betrunkene Zuschauer die steilen Tribünentreppen hinunter. Ob das schon mal passiert ist? Keine Ahnung, aber es könnte passieren. Natürlich auch ohne Alkohol, also sollte man Tribünen auch abschaffen.

Alkohol bei Schützenfesten überdies. Nicht auszudenken, was da schief gehen kann. Sie werden lachen, aber ganz im Ernst hat mal eine grüne Politikerin in Hannover einen alkoholfreien Tag beim örtlichen Schützenfest gefordert. Praktischerweise sollte man den mit dem bratwurstfreien Veggie-Day zusammenlegen.

Unter dem Strich gehört Alkohol grundsätzlich verboten.Schon wegen der Gesundheit, aber auch, damit — um beim Thema zu bleiben — Fans nicht in Versuchung kommen, sich schon außerhalb des Stadions zu betrinken. Rein sozialpädagogisch-gesellschaftsrelevant gesehen muss die Prohibition nach US-Beispiel von 1919 eingeführt werden. Wir Deutschen halten das länger durch als die Amis mit ihren 14 Jahren. Dann hat es sich auch mit dem Koma-Saufen unserer Kinder. Schon beim Rauchen ist man so merkwürdig inkonsequent und verbietet den Qualm nur örtlich, statt den Glimmstängeln ganz den Garaus zu machen. Das durchschnittliche Lebensalter würde wahrscheinlich auf 97 Jahre steigen. Und wir alle hätten wegen drastisch sinkender Krankenkassenbeiträge auch noch mehr Geld in der Tasche.

Das ist ausbaufähig, wenn man kurz-, mittel- und langfristig zwecks Risikominimierung weitere Sicherheitsmaßnahmen ergreift. Eine kleine, natürlich unvollständige Auswahl nötiger Verbote: Kfz aller Art (Verletzungs-/Lebensgefahr), Fahrräder (dito), Ärzte (Kunstfehler), Karneval (Prügeleien, vermehrt ungewollte Schwangerschaften), Leitern (die meisten Unfälle passieren im Haushalt), Arbeit (Burn out), Lebensmittel (Pestizide, Hormone, Ehec), Wasser (es sind schon Leute in der Badewanne ertrunken) und Luft (Ozon, Feinstaub).

Sie finden das (sternhagel-)voll daneben? Sie haben Recht, denn schon weit vorher haben wir uns zu Tode geregelt.

Darauf ein kühles Helles. Prost.