Aachen: Gespann-Event am Samstag nicht kostenlos

Aachen: Gespann-Event am Samstag nicht kostenlos

Samstag ist Kutschentag. Denn wenn es ums Pferd geht, dann steht traditionell am Samstag die Gelände-Marathonfahrt der Vierspänner auf dem Programm. Das ist beim CHIO so, das ist auch bei der laufenden Reit-Europameisterschaft so.

Und in jedem Jahr ist das für die Öcher ein absoluter Höhepunkt. Da pilgert man mit Sack und Pack, Kind und Kegel zur Geländestrecke, um die Fahrkunst der weltbesten Gespannfahrer zu bestaunen. Das wiederum war früher im Aachener Wald so, und das ist auch so, seitdem die Gespanne durch die Soers rasen.

Eines aber ist bei der Reit-EM anders. Denn der pferdesportbegeisterte Aachener ist es von jeher so gewohnt, dass man dieses (Familien-)Event kostenlos besuchen kann. Wer sich unter dieser Voraussetzung am Samstag kurz vor 12 Uhr - dann geht der erste Starter auf die Strecke - in die Soers aufmacht, der wird sich in dieser Hinsicht schwer wundern. Denn kostenlos ist die Veranstaltung diesmal nicht.

Vielmehr kostet der Eintritt pro Person an der Tageskasse 25 Euro, im Vorverkauf 27,50 Euro. Eine Familie mit Vater, Mutter und zwei Kindern (über sechs Jahren) muss also erst einmal mindestens 100 Euro berappen. Da ist einiges an Aufregung programmiert — und das war am Freitag auch noch einmal Thema vieler EM-Besucher.

Doch für ALRV-Vorstandschef Frank Kemperman ist es angesichts der Bedeutung der Titelkämpfe völlig normal, dass auch bei dieser Prüfung Eintritt fällig wird: „Es handelt es nicht um den CHIO, sondern um ein internationales Championat. Da können wir so etwas nicht kostenlos anbieten“, sagt er auf Anfrage. So sei es auch 2006 bei der Reit-WM gewesen, bevor dann die Gespannfahrer 2007 aus dem Wald in die Soers umzogen.

Nach reiflicher Überlegung entschied sich der ALRV damals dazu, auch dort keinen Eintritt zu erheben. Bei der EM aber sei das schon deswegen nicht möglich, „weil es entsprechenden Verträge mit der FEI gibt“. Den Vorwurf, dass dieser Umstand bislang nicht genügend publik gemacht worden sei, lässt ALRV-Specher Niels Knippertz nicht gelten. In allen Publikationen und auch bei der großen Pressekonferenz im Vorfeld habe man diese Tatsache kundgetan.

Frank Kemperman wirbt um Verständnis. Man habe den Eintrittspreis moderat gestaltet. Zudem beinhalte das Ticket einen Sitzplatz — ob im Stadion bei der Zieleinfahrt oder an den Hindernissen im Gelände. Er hofft, „dass dennoch viele Aachener dieses Weltklasse-Event genießen und bereit sind, dafür eine Karte zu kaufen.“ Beim CHIO 2016 sei das Ganze dann wieder kostenfrei.

Unmut hatte es in Sachen Tickets in diesen Tagen auch deswegen gegeben, weil es keine vergünstigten Karten gibt. Kinder unter sechs Jahren dürfen zwar — ohne Anspruch auf einen Sitzplatz — kostenlos ins Stadion. Aber bereits Kinder ab sieben Jahren zahlen den vollen Erwachsenenpreis. Auch sonst gibt es keine Ermäßigungen, wie man auf der Internetseite der Reit-EM nachlesen kann. Auch das begründete der ALRV mit dem Status des Turniers als Championat.

Mehr von Aachener Zeitung