Geschichten aus den Aachener Galerien

Kunstgeschichten : Traumwelten, Raum-Illusionen und eine Hommage

Beim Rundgang durch die Aachener Kunstszene stellen wir wieder bemerkenswerte Projekte vor.

Familienalbum“ und „Typen“  nennt die Fotografin Roswitha Mecke ihre Serie von verhüllten Gestalten, die sie mit gewaltigen Stoffdrapierungen und nahezu klassischen Faltenwürfen  in ihrem Atelier erschafft.  Aus Verhüllten  und Vermummten werden in den Augen der Betrachter zeitgemäße Charaktere wie auch Archetypen, die nach C.G. Jung im kollektiven Unbewussten gespeichert sind. Vor allem Federn kennzeichnen die zweite Werkgruppe Roswitha Meckes, die dem Aufbruch in die Freiheit mit dem Dädalus-Motiv gewidmet ist. Den  Traum vom Fliegen inszeniert sie  aufwendig mit schwarzen und weißen Federn, vor allem aber mit dramatischen Licht- und Schattenverhältnissen. Bisweilen verschwimmen die Grenzen zwischen Malerei und Fotografie auf Leinwand, deutlich bleibt die enorme Gestaltungskraft der Fotografin, die im Sinne einer Schlegelschen Universalpoesie arbeitet. Ihre Ausstellung „Fotografische Traumwelten“ hängt noch  bis zum 24. Oktober im Kulturwerk in den Aachen-Arkaden und kann montags bis samstags von 13 bis 19 Uhr besichtigt werden.

Ingrid Peinhardt-Franke. Foto: Andreas Steindl

Mit dem Rakel Landschafts-und Raum-Illusionen  zu erzeugen ist eine  Technik, der sich die Malerin Dorothee Schmidt  für ihre Ausstellung „Weitsicht“ verschrieben hat. Dem Meer mit seinen Wellen, dem Horizont und bewegten Himmeln gilt ihr Interesse, wenn sie mit Farbeffekten und Zufällen spielt,  zwei Weißtöne mit dem Rakel über ihre graublauen Flächen zieht und so Tiefenschärfe und Illusionen schafft, die den Betrachter in einen schwebenden Zwischenraum ziehen. Ältere Arbeiten zeigen etwa leuchtend bunte Tulpenfelder in industrieller Nutzung – Fläche und Raum mit Tiefenwirkung als Ölmalerei auf kleinem Format. Die Ausstellung in der BBK-Galerie am Adalbertsteinweg 123 cd ist bis zum 29.Oktober freitags von 12 bis 18 Uhr und samstags von 12 bis 14 Uhr geöffnet.

Musik und Malerei zusammenbringen und zu einem Gesamtkunstwerk verschmelzen kann der Aachener Künstler Günther Beckers, der sich derzeit nach 30 Jahren künstlerischen Schaffens der klassischen  Akkordeonistin Mie Miki, die am 14. Oktober den „Opus-Klassik-Preis“  erhält, widmet.  In ihren Anfängen kooperierte er  musikalisch wie malerisch und zeigt nun  den „Aachener Kunstkopf“, Skizzen und andere Arbeiten, die eines  seiner  Portraits von Mie Miki, das der Sammlung Ludwig gehört, begleiteten. Zu sehen ist die Erinnerungsschau nur am 12., 13. und 14. Oktober im Künstlermuseum Günther Beckers, Ludwigsallee 79, nach telefonischer Vereinbarung unter Telefon 0241/158846.

Zur Finissage ihrer Ausstellung  „Raum-Farbe-Form“ lädt Gisela Engeln-Müllges am Sonntag, 21. Oktober, um 15 Uhr in die Kopermolen in Vaals  ein. Professor Markus Baumann, Rektor der FH Aachen, spielt am Flügel Swing, Bop und Cool. In Erinnerung an ihren verstorbenen Lebensgefährten  Benno Werth wird am Sonntag, 28. Oktober, um 12 Uhr im Zinkhütter Hof in Stolberg eine Ausstellung mit bisher kaum gezeigten Arbeiten eröffnet.

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