Geringe Wahlbeteiligung an der RWTH Aachen

Wahlen der RWTH-Studierendenschaft : RWTH hat bald ein neues Studierendenparlament

43.135 Studierende der RWTH hatten in der vergangenen Woche die Möglichkeit, das neue Studierendenparlament zu wählen. Diese Möglichkeit nutzten rund 7150 junge Menschen, also weniger als 17 Prozent – und etwas weniger als noch im vergangenen Jahr.

An der RWTH hat in den vergangenen Tagen die Wahl zum neuen Studierendenparlament stattgefunden, in der kommenden Woche wird sich das Gremium zur konstituierenden Sitzung zusammenfinden. Fünf Tage lang konnten die RWTH-Studierenden ihre Stimme für ihr neues Parlament abgeben. Dass das aber nicht mehr als 7158 getan haben – immerhin waren 43.135 Hochschulangehörige wahlberechtigt – verwundert Jannis Koesling, den amtierenden Vorsitzenden des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) doch ein wenig.

„Die Ausrede, dass man von der Wahl nichts mitbekommen hat, kann man eigentlich nicht gelten lassen“, sagt Koesling. Denn man habe die Wahllokale an „allen zentralen Orten“ der RWTH eingerichtet, sodass jeder, der regelmäßig die Uni besucht, darauf hätte aufmerksam werden müsse. „Ich kann mir aber auch vorstellen, dass die geringe Wahlbeteiligung darauf zurückzuführen ist, dass für viele Studierende die einzelnen Listen nicht unterschiedlich genug sind“, so Koesling.

Die meisten Stimmen entfielen auf die Allgemeine Fachschaftsliste (Alfa), hierfür stimmten 32,67 Prozent (2291 Stimmen) der Wähler. Alfa ist, anders als viele andere Listen, keine Hochschulgruppe einer politischen Partei, sondern setzt sich aus Studierenden zusammen, die sich beispielsweise in den Fachschaften engagieren. Nach eigenen Angaben geht es Alfa nicht um eine bestimmte politische Ausrichtung, sondern schlicht darum, das Beste für die Studierenden zu erreichen. An Platz 2 folgt die Grüne Hochschulgruppe (GHG) mit 27,72 Prozent der Stimmen (1944). Die Liberale Hochschulgruppe erhielt 11,71 Prozent der Stimmen (821), die Juso-Hochschulgruppe 10,17 Prozent (713). Der Ring Christlich-Demokratscher Studenten (RCDS) hat 5,85 Prozent (410) Stimmen erhalten, der Sozialistisch demokratische Studierendenverband 5,46 Prozent (383). „Die Liste“, das ist die Hochschulgruppe der „Partei“, bekam 232 Stimmen (3,31 Prozent) und auf die Gruppe „Carnot – Besser geht’s nicht“ entfielen 3,11 Prozent der Stimmen (218).

Urabstimmung zum Semesterticket

Unter anderem fand auch eine Urabstimmung zum erweiterten Semesterticket statt: Seit April können Aachener Studierende auch den ÖPNV in Südlimburg nutzen. Mehr als 80 Prozent der Wähler wollen, dass das fortgesetzt wird.

Der noch amtierende Asta habe sich darum bemüht, die Aktivitäten des Studierendenparlaments und des Asta selbst verstärkt ins Bewusstsein der Studierenden zu bringen, erklärt Jannis Koesling. „Wir haben erstmals einen Newsletter eingerichtet, um über unsere Aktivitäten zu berichten. Das kam ganz gut an“, schätzt er. Auch in der kommenden Legislaturperiode gebe es viel zu tun, so der Vorsitzende.

Unter anderem stehen Verhandlungen mit der Aseag und der niederländischen Arriva bezüglich des Semestertickets an. Denn dass die Studierenden derzeit mit ihrem Ausweis bis Maastricht fahren können, sei nicht selbstverständlich. „Das ist derzeit ein Pilotprojekt, und wir müssen dann sehen, ob Arriva das weiter fortsetzt.“ Eine höhere Wahlbeteiligung bei der Urabstimmung hätte die Verhandlungsposition sicherlich stärken können, schätzt Koesling.

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