Aachen: Geplanter Obi-Neubau: Grüne warnen vor den Folgen

Aachen: Geplanter Obi-Neubau: Grüne warnen vor den Folgen

Weg von der Eilendorfer Straße hin zur Grünfläche zwischen Debyestraße und der A44 - dieses Vorhaben will der Baumarkt Obi realisieren. Der neue Bau soll allein eine Verkaufsfläche von 10500 Quadratmetern umfassen. Doch aufgrund eines Umweltberichtes zum geplanten Neubau warnen nun die Aachener Grünen vor den Folgen.

Sie sehen den Landschaftskorridor, einen „Grüngürtel”, der sich um die ganze Stadt zieht und besagte Grünfläche umfasst, gefährdet. „Das ist ein fataler planerischer Fehler”, sagt Michael Rau, Fraktionssprecher der Grünen im Stadtrat.

„Wenn der neue Baumarkt erst einmal steht, wächst auch der Druck, die restlichen Flächen des Korridors zu bebauen”, fährt Rau fort. Da der Landschaftskorridor in diesem Bereich sehr eng ist, würde er schnell komplett wegfallen.

Trotz geforderter Ausgleichszahlungen von 575.250 Euro des Investors an die Stadt seien die Folgen laut Rau unumkehrbar: Die Vernetzung verschiedener Grasflächen und die Verbindungszonen für die Tierwelt würden Schäden erleiden. „Doch am wichtigsten ist, dass der Landschaftskorridor Kaltluft in den Aachener Kessel bringt.” Fällt diese Kaltluftzufuhr weg, müsse man mit unangenehmen klimatischen Folgen rechnen, warnt Rau. „Es geht also um die ganze Stadt.”

Auch die unmittelbare Umgebung in der Debye- und Trierer Straße werde in Mitleidenschaft gezogen. „Schon heute herrscht hier ein hohes Verkehrsaufkommen. Eine Bebauung bedeutet eine noch höhere Lärm- und Emissionsbelastung”, erklärt Anne Prolingheuer-Griese, Grünen-Frau in der Bezirksvertretung Brand.

Dabei könne sie den Wunsch des Baumarkts nach einem neuen Standort nachvollziehen: „Dem wollen wir uns auch gar nicht verschließen. Allein im Bereich der Debyestraße haben wir einige Vorschläge unterbreitet, Plätze gibt es genug. Doch die sind nicht direkt an der Autobahn. Also lässt sich Obi nicht darauf ein.”

Bereits 2010 sollen die Arbeiten an der neuen Filiale beginnen. Das Thema wird unter anderem in der öffentlichen Sitzung des Umweltausschusses am Dienstag, 1. September, diskutiert.

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