Aachen: Gemeinsam singen gegen Pegida

Aachen: Gemeinsam singen gegen Pegida

Während bei der Aachener Pegida-Premiere am Sonntag am Tivoli wohl wieder manche fremdenfeindliche Parole unters Volk gebracht wird, werden deutlich mehr Menschen in der Innenstadt gegenhalten.

Von 13 bis 15 Uhr wird dort die zentrale Gegenveranstaltung zum Pegida-Auflauf stattfinden. Angemeldet hat diese Kundgebung der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB). Getragen wird sie von einem breiten bürgerlichen Bündnis.

Vorweihnachtliches Konzert

Am Donnerstag hat der Runde Tisch gegen Rechts über den Ablauf und den Inhalt beraten. Dem Runden Tisch gehören die Stadt Aachen, die Ratsfraktionen, die Religionsgemeinschaften, der DGB sowie „viele weitere am friedlichen Miteinander in Aachen interessierte Vereine und Verbände“ an, wie es die Stadt am Donnerstag beschrieb. Die Veranstaltung, die mitten im Trubel des verkaufsoffenen Sonntags (13 bis 18 Uhr) stattfindet, soll zu einem vorweihnachtlichen Konzert werden, haben die Veranstalter entschieden.

„Harmonie statt Hass und Hetze“ lautet das Motto des friedlichen Festes. DGB-Chef Ralf Woelk hofft auf mehr als 1000 Teilnehmer.

Oberbürgermeister Marcel Philipp und Städteregionsrat Helmut Etschenberg werden am Elisenbrunnen die einleitenden Worte sprechen, danach treten diverse Chöre und Musikgruppen auf. Im Wortlaut hat der Runde Tisch folgende Erklärung verabschiedet:

„Pegida-nahe, fremdenfeindliche Personen aus dem rechten politischen Lager wollen am Sonntag testen, ob es in unserer Stadt eine Basis für ihre Überzeugungen gibt. Der Runde Tisch gegen Rechts fordert alle Bürgerinnen und Bürger auf, dieser erneuten rechten Provokation entgegenzutreten. Aachen ist eine weltoffene und tolerante Stadt, in der Menschen unterschiedlicher Herkünfte, verschiedener Ethnien, Religionen und Weltanschauungen friedlich zusammenleben.“

Weiter: „Wir lassen unsere städtische Gesellschaft nicht spalten. Wir lehnen jeden Versuch ab, einzelne Gruppen aus der städtischen Gemeinschaft auszugrenzen. In der jetzigen Situation stellen wir uns vor allem gegen jeden Versuch, wegen der verabscheuungswürdigen Terrormorde der jüngsten Vergangenheit alle Muslime unter Generalverdacht zu stellen. Ebenso stehen wir zusammen gegen die von Rechtsextremen und Rechtspopulisten propagierte Feindschaft gegen Flüchtlinge. Wir wollen weiterhin, dass Aachen eine starke Gemeinschaft bleibt, die demokratisch, freiheitlich, solidarisch und menschlich ist. Gegen Hass und Hetze stehen wir ein für Harmonie und Hilfe.“

Deshalb rufen die Veranstalter alle Bürgerinnen und Bürger auf, an dem vorweihnachtlichen Chorkonzert teilzunehmen. „Gemeinsam wollen wir dafür sorgen, dass der Pegida-Test in Aachen scheitert“, heißt es abschließend.

Keinerlei Bedenken bei der Polizei

Die Polizei hatte erklärt, gegen die Großkundgebung trotz des verkaufsoffenen Sonntags keinerlei Bedenken zu haben. „Das wird funktionieren“, so Polizeipräsident Dirk Weinspach. Bei der Polizei, die am Sonntag einen Großeinsatztag haben wird, findet am Freitag die abschließende Besprechung dazu statt. Die zentrale Gegenkundgebung am Elisenbrunnen dürfte dabei wohl in punkto Sicherheit die geringste Rolle spielen.

(stm)
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