Aachen/Städteregion: „Gemeinsam auf dem Weg“: Inklusion in der Schule

Aachen/Städteregion : „Gemeinsam auf dem Weg“: Inklusion in der Schule

„Inklusion — alles eine Frage der Haltung ... oder doch der Professionalität?“ Mit dieser Frage setzten sich jetzt rund 130 Lehrkräfte aller Schulformen beim Inklusionsfachtag der Städteregion Aachen im Schulzentrum Laurensberg auseinander.

Professorin Claudia Solzbacher, Dozentin am Lehrstuhl für Schulpädagogik und Leiterin der Forschungsstelle Begabungsförderung des Niedersächsischen Instituts für frühkindliche Bildung und Entwicklung, referierte zum Thema „Professionelle pädagogische Haltung“. Organisiert wurde die Veranstaltung von den Inklusionskoordinatoren und -fachberatern der Städteregion Aachen.

Auch eine Frage der Ressourcen

Nachdem Wolfgang Gurzan, Schulleiter des Anne-Frank-Gymnasiums, die Teilnehmer in seinem Haus begrüßt hatte, erinnerte Schulrätin Beatrix Wollgarten daran, „dass Inklusion gelingen kann, wenn Menschen sich gemeinsam auf den Weg machen.“ Ruth Meyering, Leiterin des städteregionalen Schulamtes, betonte die Bedeutung des persönlichen Engagements: „Gelingende Inklusion braucht motivierte Menschen.“

Schulische Inklusion sei jedoch auch eine Frage der Ressourcen, deswegen stelle die Städteregion diese auch in vielfältiger Art und Weise zur Verfügung, zum Beispiel über die Koordinierungs- und Beratungsstelle für schulische Inklusionshilfe („Kobsi“).

Eine professionelle pädagogische Haltung bildet das Rückgrat für die Handlungsfähigkeit im Berufsalltag von Lehrpersonen. Belastungen, hohe Anforderungen und Stress beeinträchtigen mitunter diese professionelle Handlungsfähigkeit. Dies betonte Professorin Solzbacher in ihrem Vortrag: „Professionelle Handlungsfähigkeit zeichnet sich durch verschiedene objektiv messbare Kompetenzen aus.“ Vor allem ein „integrationsstarkes Selbst“ könne als Voraussetzung dafür angesehen werden, dass Pädagogen auch mit vielen Anforderungen jederzeit professionell zum Wohle des Kindes handeln können. Diese Kompetenzen seien erlernbar, so Solzbacher. Entsprechende Module gehören aus ihrer Sicht unbedingt in die pädagogische Aus- und Weiterbildung. Die lebhafte Diskussion im Anschluss zeigte, dass sie mit ihren Ausführungen bei den anwesenden Lehrern ins Schwarze getroffen hatte.

Abschließend besuchten die Lehrkräfte verschiedene Workshops wie etwa „Umgang mit Unterrichtsstörungen“, „Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS)“, „Autismus-Spektrum-Störung“, „Konstruktive Gespräche im inklusiven Setting“, „Schulische Inklusionshilfe“ und „Erhalten der Lehrergesundheit“. Dort konnten sie konkrete Instrumente und Impulse für ihre tägliche Praxis mitnehmen.

(red)
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