Aachen: Gemeinde der Annakirche feiert Abschluss des Reformationsjahres

Aachen: Gemeinde der Annakirche feiert Abschluss des Reformationsjahres

Soli deo gloria! Gott allein die Ehre! So ist es seit ungefähr 250 Jahren über dem Portal der Annakirche eingemeißelt. Zum Abschluss des Reformationsjubiläums — gedenkend des 500. Jahrestages des Anschlags von Luthers 95 Thesen an die Wittenberger Schlosskirche — erklangen beim Festgottesdienst dort nicht nur Pauken und Hörner.

Die Gemeinde der evangelischen Annakirche feierte den „Tag der Freude und der Fülle“, so Pfarrer Armin Drack in seiner Begrüßungsrede, mit Dankbarkeit, aber auch mit Selbstbewusstsein.

Der Abschluss des Reformationsjahres in der Annakirche bildete zugleich den Auftakt der 44. Aachener Bachtage. Foto: Andreas Steindl

„Glauben wieder frisch machen“

„Soli deo gloria“ ist quasi die Zusammenfassung von Luthers vier Lehrsätzen, die vor 500 Jahren den Beginn der Reformation markierten: allein durch Gottes Wort (Sola scriptura), allein durch den Glauben (Sola fide), allein durch Gottes Gnade (Sola gratia), allein durch Christus (Solus Christus). „Sie sollten ein gutes Rüstzeug sein für einen gesunden, biblischen Glauben“, erläuterte Drack in seiner Predigt. „Sie sollten den Glauben wieder frisch machen für die Zukunft.“

„Soli deo gloria“ sei hingegen ein Imperativ: „Kein Bereich des Lebens ist ausgenommen von Gott, denn kein Bereich ist gottlos.“ Genau darauf konnten sich schon im 19. Jahrhundert die getrennten und doch in der Annakirche, eine ehemalige Klosterkirche von Reformbenediktinerinnnen, gemeinsam beheimateten Konfessionen der reformierten und der lutherischen Protestanten verständigen. Vielleicht ein Fingerzeig für die ökumenischen Bemühungen, die auch in Aachen während des vergangenen Jahres an Fahrt gewonnen haben.

Der Abschluss des Reformationsjahres in der Annakirche bildete zugleich den Auftakt der 44. Aachener Bachtage, die passenderweise das Motto „Mit Bach zu Luther“ tragen: Der Aachener Bachverein, das Annaorchester sowie die Solisten Andrea Nübel (Sopran), Susanne Polzer (Alt) und Rafael Bruck (Bass) ließen im Gottesdienst unter der Leitung von Anna-Kantor Georg Hage Johann Sebastian Bachs zweite Reformationskantate „Gott der Herr ist Sonn‘ und Schild“ (BWV 79) erklingen.

Mit Pauken und Hörnern ein festliches Glaubensbekenntnis — allein zur Ehre Gottes.

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