Aachen: Gelernt und gearbeitet wird im Grünen

Aachen: Gelernt und gearbeitet wird im Grünen

Lernen und arbeiten im Grünen — in der neuen Bibliothek der Katholischen Hochschule Abteilung Aachen geht das. Statt muffigem Kellercharakter wartet die neue Bibliothek mit großen, hellen Räumen auf, fast alle Arbeitsplätze geben den Blick nach draußen frei.

Nach vier Jahren Planungs- und Bauarbeiten wurde der Bibliotheksanbau feierlich eröffnet. Notwendig geworden war der Anbau durch die steigenden Studierendenzahlen, erklärt Alexander Trost, Dekan der Katholischen Hochschule: „Wir platzten buchstäblich aus allen Nähten.“ Vor vier Jahren begann man mit den Planungen, die eine Auslagerung der Bibliothek aus dem bestehenden Hochschulgebäude vorsah. Das dazu benötigte Grundstück wurde den Planern vom Bistum Aachen überlassen. Die Auslagerung ermöglichte nicht nur die Einrichtung neuer Seminarräume, sondern auch die Planung weiterer Umbaumaßnahmen, erläutert Thilo Krense vom Kölner Architekturbüro „krensearchitekten“, der als ausführender Architekt die Neu- und Umbaumaßnahmen betreut.

Einblick: So sieht die Bibliothek der Katholischen Hochschule im Innern aus. Von wegen muffiger Kellercharakter.

„Wir haben dadurch Möglichkeiten geschaffen, Räume neu zu strukturieren.“ Neu strukturiert wurde so unter anderem der nachträgliche Kapellenanbau, der zu einer Aula erweitert wurde und nun ein bauliches Bindeglied zwischen Haupt- und Bibliotheksgebäude bildet. Der dadurch entstandene Hof soll als gemeinsamer Außenbereich von Bibliothek und Cafeteria eine Art Marktplatzcharakter erhalten. Ganz im Sinne von Architekt Krense: „Wir haben auf diese Weise den Haupteingang durch neue, interessante Angebote zu neuem Leben erweckt.“

Auch neu entstanden ist ein Raum der Stille, der Studierenden zum Gebet oder ähnlichen Zwecken zur Verfügung stehen soll. Die Realisierung freute nicht nur die Vertreter des Bistums, Benno Groten vom Bischöflichen Generalvikariat und Bischof Heinrich Mussinghoff, sondern auch Maria Schwarz, Architektin und Witwe von Robert Schwarz, der vor 80 Jahren das Hauptgebäude der Hochschule plante.

Sie stand Krense beratend zur Seite und sorgte so dafür, dass viele der ursprünglichen Ideen des Baus nun umgesetzt wurden. Die Verantwortlichen sind mehr als zufrieden mit dem Ergebnis. Für Ute-Antonia Lammel, Prodekanin der Katholischen Hochschule, ist der Umbau Ausdruck der Hochschulphilosophie. „Einer unserer Schwerpunkte in der Lehre ist die Ganzheitlichkeit. Es ist schön, dass wir das auch räumlich zeigen können.“

Kosten: 1,3 Millionen Euro

Insgesamt haben die Neu- und Umbaumaßnahmen 1,3 Millionen Euro gekostet. Neben öffentlichen Mitteln wurden auch Studiengebühren zur Finanzierung herangezogen. Kurzfristig ins Stocken geriet das Projekt, weil zwei denkmalgeschützte Bäume dem Bau in die Quere kamen. Die Stadt bestand darauf, die Bäume zu umbauen. Diese „Baumauflage“ führte nicht nur zu Mehrkosten, sondern auch zu einer eingeschränkten Barrierefreiheit der Bibliotheksräume, denn damit das Erdgeschoss auf den Baumwurzeln „schweben“ kann, mussten zwei Stufen eingebaut werden.

Dennoch ist Krense mit der jetzigen Lösung zufrieden. Das Problem der Barrierefreiheit wird durch zusätzlichen Service gelöst. Und auch die Umbauung der Bäume wirkt, als sei sie von Anfang an so geplant gewesen.

Als Maria Schwarz die Bibliothek betritt, lächelt sie. „Es sieht genauso aus, wie ich es mir vorgestellt habe“, lobt die 92-Jährige das Ergebnis. Bereits in Angriff genommen ist der Umbau der Cafeteria, Fördermittel von Aktion Mensch und der Wohlfahrtstiftung sind bereits bewilligt. Weitere Umbaumaßnahmen sollen bis zum kommenden Sommer abgeschlossen werden.

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