1. Lokales
  2. Aachen

Aachen: Gates: Rettungspläne sind gescheitert

Aachen : Gates: Rettungspläne sind gescheitert

Die Hoffnung der Aachener Gates-Belegschaft entschwand in London. Bei einer Aktionärsversammlung des Tomkins-Konzerns, also der Mutter des Automobilzulieferers Gates, wurde das Konzept der Aachener Belegschaft, den Produktionsstandort zu erhalten, vom Vorstandsvorsitzenden abgelehnt.

Damit bleibt es bei den Plänen des weltweit operierenden Unternehmens, die Aachener Produktionsstätte zu schließen. Bis Ende 2010 werden so fast 400 Mitarbeiter ihren Job am Aachener Eisenbahnweg verlieren.

„Wir sind mit unserem Konzept gescheitert”, muss Betriebsratsvorsitzender Klaus Meyer nun erklären. Die Mitarbeiter sind entsprechend erschüttert, sie hätten erhebliche Zugeständnisse eingeräumt, um ihren Job zu erhalten. Eine Lohnreduzierung um fünf Prozent bei Verlängerung der Wochenarbeitszeit auf 40 Stunden waren ebenso angeboten worden, wie ein Verzicht auf 50 Prozent des Weihnachtsgeldes. Insgesamt hatte das Mitarbeiterkonzept Ersparnisse von jährlich 5,5 Millionen Euro für das Unternehmen bedeutet. Die Stadt Aachen hatte zudem Bereitschaft signalisiert, Flächen für eine weitere Halle zur Verfügung zu stellen. Die Gates-Bosse rückten dennoch nicht von seinen Plänen ab. Ende des Jahres beginnt der Abzug der Produktion, zunächst bei den Ölpumpen, dann im Metallbereich.

In der Türkei wird stattdessen in einem neuen Werk produziert. Das Problem bei Gates ist die Auftragslage - sie ist zu groß. In der Türkei könne schlichtweg mehr produziert werden als in Aachen, heißt es. Dabei zählt der Standort Aachen zu den profitabelsten Gates-Werken überhaupt. Nur Entwicklung und Verwaltung mit rund 100 Mitarbeitern werden aber letztlich bleiben können. Heute wird der Betriebsrat die Verhandlungen wegen eines Sozialplans für die Mitarbeiter aufnehmen. Erste Gespräche blieben laut Klaus Meyer ohne Ergebnis.

Der Besuch der Tomkins-Aktionsversammlung war zwar erfolglos, hatte aber für „viel Wirbel unter den Aktionären” gesorgt, berichtet Meyer. „Es gab kritische Fragen an den Vorstandsvorsitzenden. Der ist aber ausgewichen”, erzählt er. Und damit ist Hoffnung auf Rettung der Aachener Gates-Jobs verloren gegangen.