Aachen: Gates: Mitarbeiter treffen Europachef

Aachen: Gates: Mitarbeiter treffen Europachef

Giorgio Busco hatte keine Wahl mehr. Der Europa-Chef des Automobilzulieferers Gates wird sich am Freitag mit Gewerkschaft, Betriebsrat und 30 Mitarbeitern auseinandersetzen müssen, deren Jobs mit dem Ende der Produktion am Aachener Standort gestrichen werden.

Er wird sich mit Gesichtern und Schicksalen beschäftigen müssen, nicht mit nackten Zahlen. Für den Gates-Betriebsratsvorsitzenden Klaus Meyer ist das Gespräch ein Erfolg. Als Busco Mittwoch am Aachener Standort weilte, hatten sie ihn zur kurzfristigen Betriebsversammlung eingeladen.

Doc Busco kam nicht. Daraufhin zogen 400 Gates-Mitarbeiter in das Vorstandsbüro, wo das europäische Management tagte. Sie sollten sich die Leute anschauen, die sie in Arbeitslosigkeit entlassen. Meyer und Kollegen gingen erst wieder, nachdem der Gesprächstermin fixiert wurde. Am Freitag, 12 Uhr.

Wenn es für Menschen, deren Jobs trotz schwarzer Zahlen in der Firmenbilanz abgebaut werden, weil ein weltweit operierendes Unternehmen in der Türkei billiger mehr produzieren kann, so etwas wie Erfolge gibt, dann wurden sie in dieser Woche erzielt.

Am Montag demonstrierten mehr als 200 Gates-Mitarbeiter aus Aachen und dem ebenfalls von der Schließung bedrohten Werk nahe Brüssel vor der Firmenzentrale der Gates-Mutter Tomkins in London, später zogen sie in die Lounge eines Nobelhotels am Londoner Flughafen Heathrow, wo Tomkins-Boss Jim Nicol bei einem europäischen Betriebsratsforum saß. „Wir sind nicht weit gekommen, aber wir haben ein Zeichen hinterlassen. Wir wissen, das Jim Nicol uns zur Kenntnis genommen hat”, sagt Meyer rückblickend.

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