Aachen: Für Tauben ist und bleibt der Dom tabu

Aachen: Für Tauben ist und bleibt der Dom tabu

Zum Glück können auch die Öcher Tauben allenfalls Brotkrumen oder dergleichen futtertechnisch Verwertbares lesen, nicht aber gedruckte Wörter. Sonst könnten auch sie jetzt wissen, dass die elektrischen Drähte am ehrwürdigen Aachener Münster derzeit nicht mit Strom versorgt werden - und würden womöglich die seltene Chance nutzen, sich endlich mal ganz pittoresk auf historischstem Gemäuer niederzulassen.

„Bis die Tiere merken, das die Taubenschutzanlage zurzeit ausgeschaltet ist, haben wir sie wieder repariert”, verspricht indessen Dombaumeister Helmut Maintz.

Am Freitagabend hatte es einen großen Feuerwehreinsatz am europäischen Weltkulturerbe Nummer eins gegeben, nachdem ein Passant an der Fassade des Münsters einen Funkenschlag beobachtet hatte. „In der Tat haben wir dort dünne Drähte installiert, die ganz leicht unter Strom stehen, so dass es für Vögel unangenehm wäre, sich darauf niederzulassen”, erklärte Maintz auf Nachfrage. Und da könne es vorkommen, dass - zum Beispiel durch herabfallende nasse Zweige - ein Kurzschluss ausgelöst werde.

Ebendies sei am Freitag offensichtlich der Fall gewesen. „Jetzt haben wir die Anlage erst einmal ausgeschaltet, um den Defekt genau lokalisieren zu können”, berichtete Maintz. Und verhehlte nicht, dass ihm der Schreck am späteren Freitagabend heftig in die Glieder fuhr, als er vom vermeintlichen Brand in oder an der kaiserlichen Marienkirche erfuhr. Immerhin ist der Fall des - ganz realen - Feuers durch Knallkörper in der Nikolauskirche gerade einmal so alt wie das neue Jahr.

Also eilte auch Maintz von einer Karnevalssitzung im Eurogress, wo ihn die Nachricht vom (Fehl-) Alarm am späten Freitag erreichte, schnellstens zum Münsterplatz - bis die Brandschützer nach kurzer Zeit Entwarnung geben konnten. Mittlerweile hat also auch der Dombaumeister sein Nervenkostüm wieder bestens gekramt - und zeigte sich am Montag allemal dankbar. „Wir freuen uns sehr, dass die Aachener sofort auf dem Posten sind, wenn es um ihren Dom geht!”

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