Aachen: Für Kurpark Classix wird ein logistischer Kraftakt gestemmt

Aachen : Für Kurpark Classix wird ein logistischer Kraftakt gestemmt

Auch wenn tausende I-Dötzchen und Pädagogen ihre (mehr oder minder) heiß ersehnte Premiere hinter und vor den Schulbänken gerade erst erlebt haben — das prominenteste Pult der Region steht ab Freitag garantiert im Stadtgarten. Denn dort beginnt der „Ernst des Lebens“ für einen Aachener Debütanten der gänzlich anderen Art.

Und wenn Chistopher Ward zum ersten Mal den Dirigierstab in offizieller Mission als frisch gebackener Generalmusikdirektor hebt, dürften tausende Klassikfans die Picknickkörbe und Klappstühle bereits von den Urlaubsstränden auf die Wiese des Kurparks an der Monheimsallee verfrachtet haben (wiewohl diese „klassischen“ Freiluftutensilien bei den Gastspielen der Pop-Titanen Revolverheld am Samstag und Clueso am Montag leider außen vor bleiben müssen).

Premiere auch für ihn: Der neue GMD Christopher Ward eröffnet die Kurpark Classix. Foto: Astrid Karger

Weit größere logistische Herausforderungen hat das Team um Johannes Heinicke, Timo Kolonko und Michael Staps vom Stolberger Unternehmen Feedback in den vergangenen Tagen gestemmt. Acht Sattelschlepper haben seit vergangenem Sonntag tonnenweise Material Richtung Kurpark gekarrt, über 30 Bühnentechnik-Spezialisten waren im Einsatz, um den Künstlern im Wortsinn den Boden zu bereiten, berichtet Heinicke.

Mit ebenso vielen motorgetriebenen Seilwinden ist das riesige Bühnendach schon am Dienstag in die erforderliche Höhe von rund 15 Metern gehievt worden, „gekrönt“ von einer beachtlichen Phalanx aus Scheinwerfern, versteht sich.

Apropos: Allzu viel Lampenfieber wird zumindest der ersten „Stargast“ des Festival-Reigens eher nicht heimsuchen. Wenige Stunden bevor die Geigenkästen im Kurpark geöffnet werden, hat Dick Scheepbouwer am Mittwochabend seinen — nur äußerlich eher unauffälligen — Instrumentenkoffer ausgepackt. Der Mann aus Amsterdam ist als gefragter Tontechniker, besser: Sound Designer, seit rund 40 Jahren im Geschäft.

Auch mit dem Aachener Stargeiger David Garrett ist Scheepbouwer regelmäßig auf Tour. „Als David im vergangenen Jahr bei den ,Classix‘ gespielt hat, habe ich die fantastische Atmosphäre im Kurpark zum ersten Mal erlebt — und war begeistert“, erzählt er. „Ich freue mich sehr, auch in diesem Jahr wieder dabei zu sein.“ Denn auch für den versiertesten Klangprofi sei die Akustik unterm freien Parkhimmel auf jeden Fall eine besondere Herausforderung.

„Jedes einzelne Instrument der Sinfoniker erhält ein eigenes Mikrofon — und alle müssen natürlich exakt aufeinander abgestimmt sein“, erklärt Scheepbouwer. Im Gepäck hat er dazu übrigens auch seine Aufnahmen vom Konzert im vergangenen Jahr. Damit die ersten Probeläufe per Konserve über die Freiluftbühne gehen können, bevor Mr. Christopher Ward am Freitagabend bei der „Night at the Opera“ den Taktstock und Startenor Rolando Villazon die Stimme erhebt.

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