Aachen: Für die Aachener Ärzte eine echte Herzenssache

Aachen: Für die Aachener Ärzte eine echte Herzenssache

Die brutalen Kriege in Nah-Ost und der Ukraine sowie die Ebola-Epidemie haben in den letzten Monaten die Nachrichten geprägt. Ebola hat uns gezeigt, welche katastrophalen Folgen die unzureichende Ausstattung von Gesundheitssystemen in armen Ländern hat.

Marodes Gesundheitssystem

Frei von Angst: Berührungsängste zur Medizin schwinden schnell.

Jenseits der Schlagzeilen spielt sich in Mosambik, ebenfalls mit einem mehr als maroden Gesundheitssystem bestraft, eine stille Katastrophe ab. Der Mangel an Personal, Medikamenten und Diagnostika kostet mehr Menschenleben als manche kriegerische Auseinandersetzung. 90 000 Kinder sterben in Mosambik jährlich bevor sie fünf Jahre alt wurden, überwiegend an leicht behandelbaren Krankheiten. Ihr Tod wäre vermeidbar, wenn sie Zugang zu Nahrung, Wasser und gesundheitlicher Versorgung hätten.

Unter diesen Rahmenbedingungen arbeiten die früheren Aachener Kinderärzte Dr. Annett Pfeiffer und Dr. Konrad Steidel in Mosambik in der zweitgrößten Kinderklinik des Landes. Unterstützt werden die Entwicklungshelfer von dem Förderverein Kinderklinik Beira, der mit Hilfe von Spenden aus der Aachener Bevölkerung medizinische Geräte, Medikamente, Fortbildungen und Umbaumaßnahmen finanziert. Aufgrund sinkender Zuschüsse des Staates kommt es immer häufiger zu Engpässen bei der medizinischen Versorgung der kleinen Patienten, so dass akute Nothilfe, z.B. mit Medikamentenspenden aus Aachen oft lebensrettend ist.

Herzfehler diagnostizieren

„Die Klinik in Beira ist nach der Anschaffung leistungsstarker Ultraschallgeräte zunehmend in der Lage Kinder mit Herzfehlern korrekt zu diagnostizieren“, führt Marika Marliani vom Förderverein aus. „Doch nach der Diagnose besteht keine Behandlungsmöglichkeit, wenn eine Herzoperation notwendig wird. In den letzten Jahren starben so fast alle Kinder mit einem komplexen angeborenen Herzfehler.“

„Um diesen Missstand zu beseitigen haben wir die „Aktion Herzenssache“ ins Leben gerufen“ erläutert Dr. Jan Salzmann, Vorsitzender des Fördervereins. In der Hauptstadt Maputo gibt es eine Kinderherzchirugie, in der Spezialisten aus Amerika und Europa gemeinsam mit afrikanischen Kardiochirugen operieren. Diese Operationen sind für die Patienten kostenlos, aber den Eltern fehlt das Geld für die Reise in die Hauptstadt des Landes. Hier springt der Förderverein ein. Mit Hilfe Aachener Spendengelder finanzieren wir den Transfer zur OP und anschließend nach Hause. Wir konnten mittlerweile schon über 120 Kinder so die lebensrettende Operation ermöglichen.“ Damit in Zukunft alle diagnostizierten Kinder auch operiert werden können, ruft der Verein zu Spenden auf.

Durch den direkten Kontakt zu den Aachener Kinderärzten, die vormals im Universitätsklinikum tätig waren, kann garantiert werden, dass das gespendete Geld in vollem Umfang ankommt. Spenden sind steuerlich abzugsfähig, da der Verein als gemeinnützigen Zwecken dienend anerkannt ist.“

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