Aachen: Frust pur auf Aachens großen Partymeilen

Aachen: Frust pur auf Aachens großen Partymeilen

Das angekündigte Gewitter blieb während des Spiels aus, der heiß ersehnte Jubelsturm allerdings auch: Nach der Pleite der DFB-Elf gegen Italien - und schon über weite Strecken des EM-Halbfinales hinweg - herrschte am Donnerstagabend Frust pur auf Aachens großen Partymeilen.

Der einzige Sturm, der kam und traf, war der italienische: Mario Balotellis frühe Tore wirkten auch vor den vielen Bildschirmen und Leinwänden unter freiem Himmel in der Aachener Innenstadt wie humorlose Stimmungskiller.

Dabei war wie schon bei den vier EM-Spielen zuvor alles bereitet für die große Party. Das Kapuziner Karree war mit seinen 1700 Plätzen als Public-Viewing-Areal wieder früh ausverkauft, und entlang der Pontstraße versammelten sich ebenfalls erneut tausende Fußballfans. Bloß die Italiener spielten nicht mit. Schon zur Pause machten sich zwischen Ponttor und Templergraben die ersten Fans enttäuscht aus dem Staub.

„Starke Abwanderungstendenzen” konstatierte Polizeisprecher Karl Völker dann schon bald nach Schlusspfiff nahezu allerorten - auch beschleunigt durch den nun doch einsetzenden Regen. Auch die zuletzt viel diskutierten Autokorsos blieben aus. Zumindest die deutscher Fans. Einige Italiener fuhren später hupend und fahnenschwenkend durch die Nacht. Und das wars, glücklicherweise auch aus polizeilicher Sicht. Ein paar kleinere Schlägereien hielten die Polizei den Abend über auf Trab, und auch nach dem EM-Aus schlug der Frust nur punktuell in Gewalt um.

In der Pontstraße wurde ein Mann mit einer mit einer Kopfwunde gefunden, im Kapuziner Karree gab es eine kleine Auseinandersetzung, doch meist blieb es ruhig. „Im Großen und Ganzen haben die Fans das Aus gelassen und friedlich hingenommen”, bilanzierte Karl Völker spätabends.