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Aachen: Fronleichnamsfest mit 1000 Gläubigen auf dem Katschhof

Aachen : Fronleichnamsfest mit 1000 Gläubigen auf dem Katschhof

Es waren mehr als 1000 Gläubige, die am Fronleichnamstag auf dem Katschhof an der festlichen Eucharistiefeier teilnahmen. Es lag eine besondere Atmosphäre der Erhabenheit und bewegender Würde über dem Pontifikalamt, das von Weihbischof Johannes Bündgens und fünf Geistlichen des Domkapitels konzelebriert wurde.

Nicht unwesentlich trug zu diesem würdevollen Rahmen der eigens zur Heiligtumsfahrt auf dem Katschhof errichtete Hochaltar bei. Die musikalische Gestaltung lag bei der Privatkapelle Neuss, die während des Einzugs der Geistlichen und der Ministranten mit dem Lotharkreuz die Intrade von Ernest Majo spielten.

In den Mittelpunkt seiner Predigt stellte Weihbischof Bündgens die Leitworte von vier aktuellen Anlässen, die derzeit die Menschen bewegen. So gehe es bei den Ausstellungen: „Verborgene Schätze“ zum Karlsjahr und zur Heiligtumsfahrt um sichtbare materielle Schätze und Reliquien, die Karl dem Großen kostbar waren. „Am heutigen Fronleichnamsfest aber geht es um einen Schatz anderer Art“, führte Bündgens aus. Die Eucharistie sei zwar keine Reliquie und entstamme dennoch bei ihrer Zeigung derselben Sehnsucht: das Heilige zu sehen.

Das Motto der Heiligtumsfahrt in Mönchengladbach, wo Bischof Heinrich Mussinghoff zeitgleich mit der Aachener Fronleichnamsfeier die Eucharistie feierte, lautet: „Du deckst mir den Tisch“. Als einzige Reliquie werde dort das Tischtuch des Abendmahls Jesu mit seinen Jüngern gezeigt. „Das Tuch ist ein dezenter, deutlicher Appell: Gebt den Armen zu essen. Stillt den Hunger der Menschen nach Liebe und Gerechtigkeit“, hieß es wörtlich in der Predigt. Die Aachener Heiligtumsfahrt stehe unter dem dritten Leitwort: „Zieh in das Land, das ich Dir zeigen werde“. Ein erster Aufbruch sei dabei die Teilnahme der Gläubigen an der anschließenden Prozession zum Dom. Wenn dabei auch keine Samba getanzt werde, entspreche sie doch dem Motto der Fußballweltmeisterschaft in Brasilien: „Alle in einem Rhythmus“, gingen doch die Gläubigen auf dem kurzen Prozessionsweg zum Dom „gemessenen Schrittes im Rhythmus Gottes und im Takt des Evangeliums“.

Die Prozession mit dem Allerheiligsten durch die Papst-Johannes-Paul- und die Ritter-Chorus-Straße wurde von 14 Verbindungen katholischer Studenten, Kommunionkindern, den Rittern vom Heiligen Grab, den Karlsschützen, Ordensleuten und den Geistlichen des Domkapitels angeführt. Orgelklänge erfüllten den Dom zum Tantum ergo und Weihbischof Bündgens erteilte mit der Monstranz den Segen.

In diesem Jahr ließ es das Wetter endlich wieder zu, dass für die GdG St. Gregor von Burtscheid die Fronleichnamsfeier in den Kurparkterrassen im Freien stattfinden konnte. Etwa 500 Gläubige nahmen daran teil und wieder hatten die Kommunionkinder das Privileg, in den ersten Reihen sitzen zu dürfen. Die Kinder hatten auch das im vergangenen Jahr begonnene Altartuch vervollständigt, das nun zur Wandlung auf den Altar gelegt wurde. Konzelebranten waren die beiden Pfarrer Frank Hendriks und Thomas Faltin, der auch die Predigt hielt.

Auch er nahm Bezug auf einen Slogan der Fußball-WM in Brasilien: „Das Runde muss ins Eckige“, wobei es dabei nicht um Fußball und Tore ging, sondern vielmehr darum, dass „das runde Brot - die Hostie - in uns Aufnahme findet“. Mit Chorälen wurde die Heilige Messe musikalisch von einer Bläsergruppe unter Leitung von Wilhelm Schönen gestaltet, die anschließend auch die Prozession durch die Fußgängerzone und den Schlusssegen im Franziskus-Krankenhaus begleitete.

Beste Stimmung herrschte im Anschluss bei geselligem Beisammensein bei Erbsensuppe, „kühlen“ Getränken und für die Jüngsten Ponyreiten und Spiele. „Unsere vier Gemeinden - St. Johann, St. Michael, St. Gregorius und Herz-Jesu — wachsen immer mehr zusammen“, freute sich Ursula Meier, stellvertretende Vorsitzende des GdG-Rates. Und nichts Treffenderes konnte das bestätigen, als die Antwort eines Burtscheiders auf die Frage, warum er hier sei: „Weil es ein Fest der Begegnung ist“. Der Vorsitzende des GdG-Rates, Holger Stockem aber dankte allen ehrenamtlichen Helfern, die zum Gelingen beigetragen hatten.