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Aachen: Friedenstaube in Turnschuhen

Aachen : Friedenstaube in Turnschuhen

. Wenn sich die weiße Taube die blauen Laufschuhe schnürt, dann wird sie zum Vorboten. Denn das gefiederte Tierchen mit dem sportlichen Schuhwerk ist das Maskottchen des Aachener Friedenslaufs. Bis zum Start der 8. Auflage der Veranstaltung am Freitag, 26. Juni, dauert es zwar noch ein bisschen.

Aber Karen Siebert schickt das Maskottchen trotzdem schon ins Rennen. Und die Projektleiterin des Friedenslaufs im Dienste von pax christi macht das aus gutem Grund.

Denn der Vorläufer der Veranstaltung ist schon aus den Startlöchern. Gemeint ist das traditionelle Begleitprogramm, das im Vorfeld des Laufs die Schüler auf facettenreiche Weise an das Thema Frieden heranführen soll. Matthias Fischer vom Netzwerk Aachener Schulen gegen Gewalt und Rassismus, dem ein Teil des erlaufenen Geldes zur Verfügung gestellt wird, formuliert es so: „Natürlich freuen wir uns über jeden, der mitläuft. Noch toller ist es, wenn die Schüler schon vorher mit Themen wie Gewaltprävention in Berührung gekommen sind”.

Was alles andere als unwahrscheinlich ist. Karen Siebert sagt, dass sich das Begleitprogramm bei den Schulen stets größter Beliebtheit erfreut. Rund 1000 Schüler sind Jahr für Jahr dabei. Auch diesmal dürfte diese Zahl erreicht werden, nicht zuletzt weil die Angebote, die von pax christi komplett oder zum Teil finanziert werden, äußerst attraktiv sind.

So konnte zum Beispiel das „Das Da Theater” als Kooperationspartner gewonnen werden. Es wird in die Schulen gehen und das Stück „Escape” zeigen, bei dem es um das Thema Mobbing geht. „Das haben wir bis jetzt rund 80 Mal gespielt und danach wurde immer sehr emotional und intensiv diskutiert”, sagt Ina Pappert vom „Das Da Theater”. Und auch Schauspieler Mike Kühne, der bei „Escape” auf der Bühne steht, weiß zu berichten: „Es ist krass was man da erlebt. Da rennen Schüler manchmal heulend raus.”

Neben dem Theater wird auch Pantomime Scheibub sich wieder für den Frieden stark machen. Nicht nur beim Lauf selbst, sondern auch im Vorfeld. Komplettiert wird das Programm durch das Hein Knack Theater, das mit „Klatschkopf” ein Stück zum Thema Menschenfeindlichkeit und Gewalt in die Schulen bringt, dem Projekt „Anderssein” bei dem ausländische Studierende darüber berichten, wie es ist, als Fremder in Deutschland zu leben und Erfahrungsberichten drei verschiedener Friedenshelfer.

Solch eine Vorbereitung dürfte die Läufer am 26. Juni nach dem Start auf dem Katschhof dazu motivieren, noch die eine oder andere Extrarunde dranzuhängen. Auf diesem Wege konnten im letzten Jahr rund 35.000 Euro an Spendengeldern gesammelt werden, über 3000 Läufer gingen für den Frieden an den Start. 1500 Anmeldungen seien in diesem Jahr bereits eingegangen, sagt Siebert. Sie hofft, dass es letztlich wieder so viele werden wie bei der vergangenen Auflage.

Ganz sicher dabei ist die weiße Taube. Das Maskottchen hat sogar schon seine Laufschuhe geschnürt.

Anmeldungen für das Begleitprogramm und für den Friedenslauf nimmt Karen Siebert entgegen. Erreichbar ist sie unter 402876 oder per Mail an Aachener.Friedenslauf@web.de