Aachen: Friedenslauf 2018 geht am 1. September an den Start

Aachen : Friedenslauf 2018 geht am 1. September an den Start

Fragt man Peter Hellmann, was Laufen mit Frieden zu tun hat, so gibt er prompt eine passende Antwort: „Die Läufer beweisen Durchhaltevermögen und zeigen persönliches Engagement. Wichtig ist dabei vor allem, dass sie selbst einen inneren Frieden haben.“ Hellmann, Koordinator der Friedensläufe, weiß wie wichtig es ist, gerade in der heutigen Zeit ein sichtbares Zeichen zu setzen.

Am 1. September, dem Anti-Kriegstag, werden wieder viele Menschen am „Flame for Peace — Friedenslauf 2018“ teilnehmen. Unter dem Motto „Über Grenzen hinweg in Bewegung — run together for peace and development“ laufen die Teilnehmer und Teilnehmerinnen an insgesamt zwölf Erinnerungsorten vorbei, die an die Geschehnisse im Ersten Weltkrieg erinnern.

„Flame for Peace“ ist ein Projekt des Aachener Netzwerkes für humanitäre Hilfe und interkulturelle Friedensarbeit. In Kooperation mit der Volkshochschule Aachen (VHS), die sich im Rahmen der „Wege gegen das Vergessen“ seit vielen Jahren mit der lokalgeschichtlichen Aufarbeitung der beiden Weltkriege befasst, ist dieses Jahr eine gut 30 Kilometer lange Strecke entstanden, die durch das Grenzgebiet führt.

„Wir haben Stationen in Deutschland, Belgien und in den Niederlanden“, betont Yvonne Hugot-Zgodda von der VHS und ergänzt: „Die jeweiligen Orte haben eine besondere Relevanz und machen die Geschichte sichtbar.“

Startpunkt ist im Kennedypark. Die dortigen Säulenreihen sind der letzte Rest der „Gelben Kaserne“. Soldaten des „Rheinischen Regiments — Die Lützower“ waren zur damaligen Zeit dort stationiert. Sie marschierten im August 1914 über die Lütticher Straße ins neutrale Belgien. Weitere Stationen sind unter anderem der Bahnhof Rothe Erde, der Waldfriedhof, der Dreiländerpunkt oder das Hochschulviertel rund um Campus Melaten. Zieleinlauf ist am Westbahnhof, wo in Kriegszeiten zum ersten Mal die ausgebaute Eisenbahn für militärische Zwecke genutzt wurde.

„Im Sommer 2014, 100 Jahre nach Beendigung des Ersten Weltkriegs, trugen Hunderte von ,Flame for Peace‘-Läufern die Friedensfackel von Sarajewo nach Aachen. Heute, vier Jahre später, laufen wir durch das Gebiet der heutigen Euregio Maas-Rhein, im an das Ende dieses Krieges zu erinnern, der bis heute Spuren hinterlassen hat“, sagt Hellmann.

Das Laufen als Symbol für die Mühen friedenspolitischen Engagements, ist gleichzeitig auch Ausdruck dessen, dass das Erreichen eines gesetzten Ziels persönliches Einsatzbereitschaft, Mühe und Erfolgswillen voraussetzt.

„Europa ist zerbrechlich! Umso wichtiger, für eine Idee zu kämpfen. Der Friedensthematik soll in der Öffentlichkeit eine wahrnehmbare Präsenz verschaffen werden sowie eine Sensibilisierung für die Bedrohung des Friedens durch die aktuelle, fragile internationale Situation in Europa“, resümiert Heinz Jussen, Vorsitzender des Netzwerks für humanitäre Hilfe und interkultureller Friedensarbeit.

Mehr von Aachener Zeitung