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"Fridays for Future" in Aachen: Nächste Demo am 29. November

„Fridays for Future“ : Aktivisten rüsten sich für den nächsten Streiktag

Das Motto lautet „#NeustartKlima“: Am 29. November wird „Fridays for Future“ wieder für das Klima auf die Straße gehen. In Aachen ist ein breit gefächerter Aktionstag geplant. Erstmals kündigen die Aktivisten auch Aktionen des zivilen Ungehorsams an.

Die Liste der Aufgaben, die Sebastian Schick bis zum 29. November zu erledigen hat, ist lang. Hausaufgaben in Mathematik und Englisch gehören allerdings nur bedingt dazu. Zumindest dann, wenn man die Addition von Ordnern, freiwilligen Helfern für den Auf- und Abbau von Infoständen und das Anwerben von neuen Mitgliedern für das
„Awareness“-Team nicht dazu zählt. Für den 15-jährigen Schüler der Viktoriaschule und seine Mitstreiter von der „Fridays for Future“-Ortsgruppe hat der Endspurt vor dem nächsten großen Aktionstag zum Wohle des Klimas begonnen. Unter dem Motto „#NeustartKlima“ ruft die Jugendbewegung für Freitag, 29. November, zum nächsten globalen Klimastreik auf.

In Aachen wird sich an diesem Tag nicht nur ein Demonstrationszug durch die Straße schlängeln. Das Organisationsteam plant vielmehr einen breit angelegten Aktionstag – für den übrigens nur in den wenigsten Fälle auch Unterricht ausfallen muss. Los geht es um 12 Uhr mit einer sogenannten Ladenparade. Die jungen Menschen wollen in der Adalbertstraße mit Passanten ins Gespräch kommen und sie für die Auswirkungen des Konsums auf die Umwelt sensibilisieren, berichtet Sebastian Schick. Anschließend wird es um 13 Uhr eine Kundgebung am Elisenbrunnen geben, von wo aus um etwa 14 Uhr ein „Die-in-Marsch“ starten soll.

Kern dieses Demonstrationszugs wird sein, dass an mehreren Stellen in der Innenstadt „Die-ins“ stattfinden, eine Aktionsform des gewaltlosen Widerstands, bei der sich Demonstranten auf ein Signal hin plötzlich wie tot auf den Boden legen, in diesem Fall, um darauf aufmerksam zu machen, dass der Klimawandel schon jetzt Menschen das Leben kostet. Vor allem an Verkehrsknotenpunkten wie dem Hansemannplatz, dem Kaiserplatz und der Normaluhr sollten die Aachener am Freitagnachmittag mit Beeinträchtigungen des Verkehrs rechnen.

Den motorisierten Verkehr ausbremsen will auch die Bewegung Critical Mass, die wie gewohnt am letzten Freitag im Monat – also auch am 29. November – um 18 Uhr zur entspannten Radtour durch die Innenstadt einlädt. „Wir wollen uns ihnen anschließen“, sagt Sebastian Schick vom „Fridays for Future“. Start ist am Elisenbrunnen. Tagsüber soll es dort Infostände und Kleidertausch-Aktionen geben,  und abends soll gefeiert werden – ab 20 Uhr mit einer Tanzdemo.

Aktionen des zivilen Ungehorsams

Neu ist, dass die Jugendbewegung erstmals auch ganz konkret Aktionen des zivilen Ungehorsams ankündigt. Ab 14 Uhr sollen „Störaktionen“ stattfinden, hieß es bereits vor einigen Tagen bei Instagram. In diesem Zusammenhang wurde auch ein Aktionstraining beworben, das laut Sebastian Schick vergangene Woche von „Ende Gelände“ veranstaltet wurde und in dem es unter anderem um rechtliche Fragen und Tipps für das Verhalten bei einer Demonstration ging. Was für „Störaktionen“ für den 29. November in Aachen geplant sind, will die Bewegung allerdings nicht verraten. Sebastian Schick beteuert jedoch: „Wir bleiben eine sichere Demonstration, und wir werden immer da­rüber informieren, was als nächstes passiert.“