"Fridays for Future Aachen" sucht mit Aktionstag Dialog mit Bürgern

Aktionstag zur Nachhaltigkeit : Volkshochschule und „Fridays for Future“ üben den Schulterschluss

Sie suchen aktiv den Dialog: „Fridays for Future Aachen“ veranstaltet in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule einen Aktionstag. In mehreren Workshops und Vorträgen geht es nicht nur darum, was die Bundesregierung für mehr Klimaschutz machen kann.

„Heuchler“, „Gretas Lemminge“, „Und morgen trinken alle wieder brav aus Plastikbechern ...“: Die Bandbreite der abfälligen Bemerkungen über „Fridays for Future“ ist groß. Vor allem in den Sozialen Netzwerken werden die Aktionen der Jugendbewegung hitzig diskutiert, und das oft auf eine Art und Weise, die sich nur selten mit den Adjektiven „sachlich“ und „konstruktiv“ beschreiben lässt. Zu einem tatsächlichen Dialog zwischen den Umweltaktivisten und kritischen Bürgern kommt es allerdings nur selten. Das soll sich ändern.

Mit einem Aktionstag will die Aachener Ortsgruppe aktiv das Gespräch mit der breiten Masse suchen. Unter dem Motto „‚Fridays for Future Aachen’ im Gespräch mit Bürger/innen“ laden die Aktivisten deshalb für kommenden Freitag, 27. September, in die Volkshochschule (VHS) Aachen, Peterstraße 21–25, ein. In mehreren Workshops und Vorträgen (siehe Infokasten) wollen sie einerseits erörtern, wie jeder mit einfachen Mitteln mehr Nachhaltigkeit in den Alltag integrieren kann. Darüber hinaus richtet sich der Blick auf wissenschaftliche Hintergründe und die Frage, wie Kommunen den Klimaschutz aktiv gestalten können.

Die Idee für die junge Partnerschaft zwischen der VHS und „Fridays for Future“ wurde im Frühjahr im Team von Heinz Kneip, Leiter der Abteilung Allgemeine Weiterbildung bei der VHS, geboren. „Wir wollen zeigen, dass ‚Fridays for Future’ ein Gesicht hat, und hoffen, dass die Aachener das Angebot annehmen, in einen Diskurs zu treten“, sagte Kneip am Dienstag bei der Präsentation des Programms. Die VHS wolle dabei als Bildungseinrichtung eine Brücke schlagen zwischen denen, die sich schon intensiv mit dem Thema Nachhaltigkeit und Klimaschutz beschäftigt haben, und all jenen, die mehr darüber erfahren wollen.

Für „Fridays for Future“ ist der Aktionstag in der VHS ein wichtiges Zeichen dafür, dass die Bewegung „in der Mitte der Gesellschaft ankommen“ sei, sagte die 18-jährige Solveig Steland. Und Nele Hochkirchen, 15, ergänzte: „Uns ist wichtig, dass wir nicht nur demonstrieren, sondern aktiv aufklären.“

Jahrelange Erfahrung bei der Aufklärung über die Auswirkungen des Klimawandels hat der Dokumentarfilmer und Autor Carl-A. Fechner. Am Freitag wird in der Volkshochschule nicht nur sein Film „Power to change – Die Energierebellion“ von 2016 gezeigt. Fechner wird auch eine Podiumsdiskussion mit Vertretern von „Scientists for Future“, Radentscheid Aachen und der Verwaltung der Städteregion Aachen moderieren. Das Thema: „Nachhaltigkeit in Aachen – Wie können wir dem Klimawandel begegnen?“.

Auch der symbolische Schulterschluss zwischen VHS und „Fridays for Future“ soll eine nachhaltige Wirkung haben. So werde das kommende Programm den Titel „VHS for Future“ tragen, verriet Heinz Kneip. Der Aktionstag soll somit lediglich „der Beginn einer Entwicklung“ sein. Kosten für „Fridays for Future“ entstehen für den Aktionstag übrigens nicht. Er werde zu weiten Teilen über das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ finanziert.

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