1. Lokales
  2. Aachen

Kundgebung gegen Rassismus: Fremdenfeindlichkeit gibt es nicht nur in Amerika

Kundgebung gegen Rassismus : Fremdenfeindlichkeit gibt es nicht nur in Amerika

Die Aachener Linke lädt für Sonntagmittag ab 13 Uhr zu einer Kundgebung am Hauptbahnhof ein. Es geht um die Themen Polizeigewalt und Rassismus. Auslöser sind die Vorfälle in den USA. Doch das Problem bestehe auch in Deutschland, so die Organisatoren.

Die Vorfälle in den USA, die sich nach dem Tod von George Floyd in Minneapolis zugespitzt haben, beschäftigen auch die Aachener Linken. Für diesen Sonntag laden sie um 13 Uhr zu einer Kundgebung gegen Polizeigewalt und Rassismus auf dem Vorplatz des Aachener Hauptbahnhofs ein. Sie sagen: Das ist kein rein amerikanisches Problem. Die Veranstalter rechnen mit etwa 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Die Demo der Linken in Aachen ist nicht die einzige Veranstaltung in Deutschland zu dem Thema am Wochenende. „Wir wissen, dass für das Wochenende große Aktionen und Demos beispielsweise in Köln stattfinden“, sagt Katharina Grudin von den Aachener Linken. „Doch wir wollen auch aufgrund der Coronapandemie eine Alternative in Aachen bieten, damit niemand in den Zug steigen muss, der sich damit nicht wohl fühlt.“

Igor Gvozden, Sprecher der Linken im Kreisverband der Städteregion, ergänzt: „Uns ist klar, dass wir mit einer kleinen Demo in Aachen nicht die Welt verändern können. Wenn es aber viele kleine Demos in vielen kleinen Städten auf der ganzen Welt gibt, dann ist das schon wieder etwas anderes.

Es sollen bei dieser Demo nicht die „üblichen Verdächtigen“ sprechen. „Wir glauben, dass das ein Thema ist, das Wut und Trauer hervorruft. Und diesen Gefühlen muss man Ausdruck verleihen können. Wir wollen allen, die von Rassismus betroffen sind, Raum geben, sich zu äußern und ihre Erfahrungen mit uns zu teilen.“ Darum habe man sich auch ganz bewusst für den Bahnhofsvorplatz entschieden. „Das ist ein Ort, an dem viele Menschen Rassismuserfahung machen“, sagt Gvozden.

Gvozden nennt das sogenannte Racial Profiling der Bundespolizei, also das gezielte Ansprechen und Kontrollieren von Personen aufgrund ihres äußeren Erscheinungsbilds. „Hier am Bahnhof ist außerdem das Ausländeramt der Städteregion – und auch dort machen Menschen mit Migrationshintergrund oft negative Erfahrungen aufgrund von Rassismus“, sagt Gvozden. Dass Menschen mit beispielsweise afrikanischen Wurzeln auch sonst Rassismus erleben, hat Katharina Grudin in der Clubszene erlebt. „Da gab es Türsteher, die uns als Gruppe nicht reingelassen haben, weil einige von uns offensichtlich keine Deutschen waren.“

Und nicht nur in Aachen, sondern überhaupt in Deutschland sei Rassismus auch bei der Polizei ein Problem. Der Linken-Sprecher verweist auf den NSU-Prozess. „All das können wir nicht länger laufen lassen“, sagt Igor Gvozden, und hofft deshalb auf rege Beteiligung an der Kundgebung am Sonntag.