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Jahrelange Erfahrung mit Vermittlung Ehrenamtlicher: Freie Wohlfahrtspflege startet Corona-Hilfe

Jahrelange Erfahrung mit Vermittlung Ehrenamtlicher : Freie Wohlfahrtspflege startet Corona-Hilfe

Einkäufe, Botengänge oder Gassirunden mit dem Hund: Die Anzahl der privaten Nachbarschaftshilfen, die im Zuge der Corona-Pandemie entstehen, steigt rasant. Nun starten auch die Verbände der Freien Wohlfahrtspflege ein eigenes Angebot.

Mit der Corona-Nachbarschaftshilfe wollen sie einerseits Ehrenamtliche vermitteln, die betroffenen Personen mit häuslichen Arbeiten helfen. Andererseits wollen sie medizinisch vorgebildete Männer und Frauen gewinnen, um wichtige Institutionen des Gesundheitswesens zu unterstützen und zu entlasten.

Schon auf dem Höhepunkt der Migrationsbewegung habe die Freie Wohlfahrtspflege laut Caritas-Vorstand Bernhard Verholen unter Beweis gestellt, wie sie ihr weitverzweigtes Netz an vorhandenen Strukturen in Krisenzeiten zielführend aktivieren könne. Durch die Corona-Pandemie gerieten nun vermehrt Menschen in Not, die bislang nicht im Fokus der Wohlfahrtsverbände standen. „Durch Quarantäne und die massive Zurückführung von sozialen Kontakten entstehen neue Situationen, die Menschen in Bedrängnis bringen“, sagt Verholen im Gespräch mit unserer Zeitung.

Die Caritas Aachen sowie der Verein zur Förderung des Ehrenamtes koordinieren federführend das Angebot. Dabei greifen die Experten auf die langjährige Erfahrung der Freiwilligen-Börsen der Arbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrtspflege zurück. Zu dieser gehören die Arbeiterwohlfahrt, der Caritasverband, das Deutsche Rote Kreuz, das Diakonische Werk, die Jüdische Gemeinde und der Paritätische mit ihren jeweiligen Mitgliedsorganisationen. Das etablierte Netzwerk habe nach Ansicht von Verholen einen großen Vorteil. „Wir sind seit Jahren gewohnt, solche Vermittlungen zu leisten.“ So werde streng darauf geachtet, dass die Sicherheit beim Zusammenbringen von Ehrenamtlichen und Hilfsbedürftigen gewährleistet sei. „Dies betrifft insbesondere die Aspekte Hygiene, Vertrauenswürdigkeit und Datenschutz“, heißt es in einer Pressemitteilung. Ohne entsprechende Einweisung werde niemand herausgeschickt, um Einkäufe oder andere unterstützende Leistungen zu verrichten.

Caritas-Vorstand Bernhard Verholen hofft, mit dem neuen Angebot auch all jene zu erreichen, die bislang nicht im Fokus der Freien Wohlfahrtspflege waren. Foto: Caritas

Dass eine solche zentrale Anlaufstelle für die Koordinierung der zahlreichen Hilfsangebot benötigt wird, sei auch ein Signal aus den gemeinsam tagenden Krisenstäben von Stadt Aachen und Städteregion Aachen gewesen, erläutert Verholen. In den jeweiligen Sozialämtern seien bereits zahlreiche Anfragen eingegangen. In Konkurrenz zu bereits bestehenden Nachbarschaftshilfen wolle man sich übrigens nicht verstehen. „Vieles, was im engen Kreis geschehen kann, soll passieren“, sagt Verholen mit Blick auf kleine Netzwerke, die bereits in bestimmten Stadtvierteln und Mehrfamilienhäusern existieren. Man wolle die vorhandenen Initiativen in der Region vielmehr ergänzen und all jene erreichen, in deren Umfeld sich derlei Angebot noch nicht etabliert haben.