Aachen: Frauengesundheitstag: Damit Frauen selbst die Initiative ergreifen

Aachen: Frauengesundheitstag: Damit Frauen selbst die Initiative ergreifen

Welchen Badeanzug trägt man nach einer Brustoperation? Wo findet man eine geeignete Perücke, wenn während der Chemo-Therapie langsam die Haare ausfallen? Und wie geht man mit einem unerfüllten Kinderwunsch um? Berechtigte Fragen, die in der Gesellschaft jedoch häufig nicht zur Sprache kommen.

Am zweiten Frauengesundheitstag am vergangenen Samstag im Luisenhospital ging es aber genau darum: Um Themen, die Frauen im Alltag rund um die Gesundheit beschäftigen.

Was Frauen gut tut und was zu ihnen passt — so lautete das Motto des Informationstages. Den Veranstalterinnen Birgitt Lahaye-Reiß von der ATG und Dr. Alexandra Schlachetzki, Medizinisches Versorgungszentrum Aachen vom Luisenhospital, war genau das ein Anliegen. Sie selbst gehen mit gutem Beispiel voran: Die Idee für das Ganze entstand bei dem wöchentlichen Lauftreff der beiden Frauen. So fand letztes Jahr im April der erste Frauengesundheitstag statt — und durch viel positive Resonanz war für die beiden eine Fortsetzung beschlossene Sache. „Wir möchten, dass Frauen selbst die Initiative ergreifen und etwas für ihre Gesundheit tun“, erklärt Schlachetzki. Dazu gehöre natürlich Sport und gesunde Ernährung. „Aber auch Themen, über die man nicht gerne spricht, werden hier diskutiert“.

Daher ging es in der Expertenrunde, die von AZ-Redakteur Robert Esser moderiert wurde, unter anderem um Brustkrebsscreening, Diabetes und Inklusion. Auch aktuelle Trends wurden aufgegriffen: Ob Super-Food, Smoothies und Slow-Food wirklich das halten, was sie versprechen? „Die Referenten und Aussteller repräsentieren Themen, die Frauen auch zum Beispiel in der Presse mitbekommen“, erklärt Birgit Lahaye-Reiß die Auswahl. Rede und Antwort standen Professor Joseph Neulen (Uniklinikum), Kieferorthopäde Dr. Ralf Meyer, Dr. Elke Helten (Luisenhospital), Dr. Dirk Crommelink (Luisenhospital), Dr. Gabi Laetzsch, Diplomsportlehrerin Ulla Brendel, Ernährungswissenschaftlerin Dr. Judith Kettler und Inklusionsexpertin Eva Malecha.

Neben medizinischen und gesundheitlichen Fragen war den Frauen so auch die Ästhetik ein Anliegen. „Gesundheit und Wohlbefinden gehören einfach zusammen“, meint Schlachetzki. Nach dem ärztlichen Rat konnten sich die Frauen auch an zahlreichen Ständen von Dienstleistern, wie für beispielsweise Sport oder Kosmetik, beraten lassen und Fragen stellen.

„Aus dem Leben gegriffen“ sind aber nicht nur die Anliegen der Frauen, sondern auch die Fotos, die zum Wettbewerb „Aachener Frauen, bewegt euch!“ eingereicht wurden. Die Preisverleihung war deshalb ein Bestandteil des bunten Programms. Neben viel fachlichen Input sorgte TV-Comedian Lisa Feller für Lacher und Unterhaltung. Die Band „342 or more“ rundete den Vormittag — neben Grußworten von Professor Axel Scherer, Bürgermeisterin Margrethe Schmeer und der CDU-Landtagsabgeordneten Ulla Thönnissen — musikalisch ab.

Für interessierte Frauen, und natürlich auch Männer, die sich weiter über Gesundheit und Wohlbefinden informieren möchten, gibt es noch am Mittwoch, 8. März, von 18.30 bis 21 Uhr in Herzogenrath im „Frauenkommunikationszentrum“ an der Bahnhofstraße 15 die Möglichkeit, sich Rat zu holen — und sich bei einem bunten Programm auszutauschen.