Frauen in Bildung und Beruf

Frauenbildungswoche : Ein ganz besonderer Kreativraum

Die Frauenbildungswoche bietet ein intensives, aber kurzes Hineinschnuppern in ein Thema von Frauen für Frauen – sei es nun kreativ, zukunftsorientiert oder selbstwertsteigernd. Das Bildungsangebot des Frauennetzwerkes geht vom 1. bis 5. April in vier Städten der Städteregion (Aachen, Herzogenrath, Würselen und neu dabei Eschweiler) mit 55 Workshops in die elfte Runde.

„In den dreistündigen Workshops wollen wir Impulse geben für ein Weitermachen bei einem bestimmten Thema“, erläuterte Sibylle Keupen, Vorsitzende des Frauennetzwerkes Städteregion Aachen und Leiterin der Bleiberger Fabrik, das Format. „Mancher Teilnehmerin reicht es aber auch, sich einfach mal eine Auszeit zu gönnen.“

Jedes Jahr buchen rund 300 Frauen etwa 500 Workshops. Besonders der geschützte Rahmen – ganz unter ihresgleichen – spricht viele Frauen an. „Es ist immer noch wichtig, solche Räume zu schaffen“, betonte Keupen. Andrea Hilger, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Agentur für Arbeit Aachen-Düren, hat ebenfalls Erfahrungen gemacht, die diese Ansicht stützen: „Auch junge Mädchen wünschen sich solche Rahmen. Sie öffnen sich dann ganz anders, als wenn nur ein Junge dabei ist.“ Und das Netzwerken – ein weiterer Mehrwert der Frauenbildungswoche – geht dann auch leichter.

Ein besonderes Herzensanliegen der Macherinnen ist das Thema Arbeit 4.0. „Schon jetzt kann sehr viel Arbeit von Menschen durch Digitalisierung der Arbeitsprozesse ersetzt werden“, weiß Hilger. „Aber es gibt eben auch eine Menge Chancen durch die Digitalisierung.“ Eine ist zum Beispiel die IT-Branche, ohne die Digitalisierung nicht denkbar wäre. Ein Aachener Start-up-Hotspot in diesem Bereich ist das DigitalHub in der Digital-Church, das sich die Frauennetzwerkerinnen nicht ohne Grund für die Programmvorstellung der Frauenbildungswoche ausgesucht haben. „Nur leider sind gerade mal drei unserer 127 Gründer weiblich – damit liegen wir noch deutlich unter der auch deutschlandweit niedrigen Zahl von Existenzgründerinnen im IT-Bereich“, sagte DigitalHub-Geschäftsführerin Iris Wilhelmi selbstkritisch.

Berufliche Orientierung und Einblicke in die digitalen Möglichkeiten bieten daher einige Kurse der Frauenbildungswoche. Das fängt an mit Infos zur digitalen Bewerbung, für Initiativbewerbungen in der Arbeitswelt 4.0 und endet nicht bei Hinweisen für eine erfolgreiche Existenzgründung.

Doch nicht nur in beruflicher Hinsicht wollen sich Frauen fortbilden. Deshalb bietet die Frauenbildungswoche wie gehabt ebenfalls einen bunten Strauß an Themen aus den Bereichen Bewegung, Kreativität, Psycho-Hygiene und Selbstbehauptung. „Wir wollen alle Frauen ansprechen, unabhängig vom Alter und vom Geldbeutel“, erklärte Keupen. „Weil sich die Referentinnen mit einer Aufwandsentschädigung begnügen und die Organisationen die Räume kostenfrei zur Verfügung stellen, können wir die Kurse sehr kostengünstig anbieten. Außerdem bekommen Frauen mit wenig Einkommen – Studentinnen, Auszubildende, arbeitslose Frauen und Rentnerinnen unterhalb der Grundsicherung – einen Rabatt von 50 Prozent.“