Aachen: Frau gesteht, Mitglied in einer Einbruchsbande zu sein

Aachen: Frau gesteht, Mitglied in einer Einbruchsbande zu sein

Die Angeklagte vor der 7. Großen Strafkammer am Aachener Landgericht war überraschenderweise doch geständig. Ihr Verteidiger hatte eine Einlassung erst für spätere Termine vorgesehen.

„Ja, ich war bei der Tat dabei“, gestand die 38-Jährige auf Italienisch. Sie stamme ursprünglich aus Mailand, erklärte sie, hielt sich aber in den letzten Monaten im belgischen Charleroi und in Lüttich auf, wie sie am Donnerstag vor Richter Jürgen Beneking, dem Vorsitzenden der Strafkammer, angab.

Der Angeklagten werden von der Staatsanwaltschaft die Mittäterschaft bei bandenmäßig organisierten Wohnungseinbrüchen zur Last gelegt. Vesna M. gab am Donnerstag zu, mit drei anderen Tätern am 26. Juni 2015 morgens in ein Wohnhaus in einem Aachener Außenbezirk eingedrungen zu sein, um dort Beute zu machen. Womit das Quartett — einer davon saß im Fluchtfahrzeug — allerdings nicht gerechnet hatte: Im Schlafzimmer fanden die Täter die Bewohnerin des Hauses im Bett liegend vor.

In der Anklageschrift heißt es, die erschrockene Frau sei mit einem Teleskopschlagstock von einem der Räuber bedroht worden. Der Angeklagten wurde in diesem Kontext vorgeworfen, sie habe erstens böse und einschüchternd geblickt und habe später dabei geholfen, den Schmuck zu bewerten. Vesna M. korrigierte allerdings die Staatsanwaltschaft. Sie habe die Frau in keiner Weise bedroht, auch nicht mit Blicken.

Letztlich verließen die Täter, die Männer sind in gesonderten Verfahren in Belgien angeklagt, den Tatort ohne Beute, denn Geld war nicht im Hause und der Schmuck erschien ihnen wohl nicht wertvoll genug. Sie habe bei den Komplizen darauf hingewirkt, den Ort angesichts der eingeschüchterten Frau so schnell wie möglich zu verlassen, das auch ohne Beute. Die beschriebene Tatwaffe sei „nur“ der Schraubenzieher gewesen, mit dem die Männer das Fenster aufgehebelt hatten.

In der Anklage war eine zweite Frau als Mittäterin erwähnt. Das stimme nicht, es seien drei Männer bei ihr gewesen, berichtigte sie die Anklage. Zusätzlich gab sie eine weitere Einbruchstat im belgischen Herbes­thal zu.