Französische Filme in Aachen

Das Filmfestival „Cinéfete“: Die Leinwand als kukturelle Brücke

Der französische Film bietet eine hervorragende Möglichkeit für jede Altersgruppe, die französische Kultur kennenzulernen, in sie einzutauchen und sie schätzen zu lernen. Die mittlerweile 19 Auflagen des „Cinéfete“, des deutschlandweiten französischen Schulfilmfestival, verbindet das Erlernen von Sprache mit einem einzigartigen Kinoerlebnis.

Das Festival wurde 2001 ins Leben gerufen, seit 2007 werden die ausgewählten Filme auch in Aachen gezeigt. Die damals begonnen Kooperation zwischen dem Apollo Kino und dem Institut Francais erwies sich als äußerst fruchtbar und hat sich bis heute gehalten.„Das Ziel ist, deutschen Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit zu geben, im Kino französische Filme zu sehen“, so Angelika Ivens, Geschäftsführerin des Institut Francais.

Ein Kinobesuch sei schon etwas anderes, als einen Film in der Schule im eigenen Klassenraum zu sehen. Im letzten Jahr sind insgesamt 1500 Schülerinnen, Schüler und Lehrer gekommen, um sich einen oder mehrere Filme des Festivals anzusehen. Auf eine ähnlich hohe, wenn nicht sogar höhere Zahl hoffen Ivens und Theaterleiter David Baudouin für dieses Jahr.

Das Angebot ist breit gefächert: Mit „Der kleine Fuchs und seine Freunde“ (1.-4. Klasse) ist sogar ein Film für Grundschüler dabei. Andere Filme richten sich deutlicher an ein jugendliches und nicht mehr kindliches Publikum, wie etwa „Kiss and Cry“ (7.-10. Klasse), der im Stil einer Dokumentation das Leben der 15-jährigen Sarah erzählt, die versucht, ihre Karriere als Eiskunstläuferin weiter voranzutreiben, gleichzeitig aber mit dem Emanzipationswillen und dem Freiheitsdrang der Pubertät umgehen muss. Eher lustig, wenngleich auch nicht völlig ohne ernsten Hintergrund, geht es in der Komödie „Voll verschleiert“ (9.-13. Klasse) zu. Erzählt wird die Geschichte der Pariser Studentin Leila, deren Bruder Mahmoud nach einem Urlaub im Jemen meint, ab jetzt den konservativen, islamischen Lebensweg einzuschlagen.

Auch ein Klassiker des französischen Films hat es als Neuverfilmung ins Programm des Festivals geschafft: „Ein Sack voller Murmeln“. Der Film basiert auf dem biographischen Roman von Joseph Joffo und erzählt die Fluchtgeschichte zweier jüdischer Brüder im von Nazis besetzten Frankreich. Eine zeitlose Geschichte um Flucht und Vertreibung, die zugleich eine historische Lehrstunde für alle Zuschauer und Zuschauerinnen sein dürfte.

Mehr von Aachener Zeitung